Der Wahnsinn nach der Suche einer Lehrstelle

Lehrstelle Vertrag unterzeichnen

Heute geht es um ein Thema, das alle Eltern einmal durchmachen müssen. Die Schule geht dem Ende zu und es wird an der Zeit, sich zu entscheiden, wie es in der Zukunft weiter geht.

Entweder eine weiterführende Schule oder einen Beruf erlernen

Meine Tochter hat sich für eine Lehrstelle entschieden, auch deshalb, weil sie durch ihre Handycaps die höheren Schulen nur sehr schwer meistern könnte. Wir benötigen für sie ein eigenes Lesegerät und sie hat eine Lernschwäche. Braucht für den Stoff doppelt so lange wie „normale“ Kinder. Zudem behält sie Wissen, dass sie persönlich nicht interessiert absolut nicht. Dafür jedoch jenes, dass ihre Neugierde weckt.

So ist sie in Mathe eine kleine Niete (sorry), aber in Englisch dafür ein Ass.

Ich habe euch schon einmal erzählt, dass sie auch einen sonderpädagogischen Förderbedarf hat, welcher leider auch auf den Zeugnissen vermerkt ist. So wird sie zwar heuer 17 Jahre, aber durfte durch die Besonderheit noch 2 weitere Schuljahre absolvieren, obwohl sie mit der Pflichtschule bereits fertig ist. Falls man keine Lehrstelle findet, ist dies ein guter Puffer, denn ich möchte nicht, dass sie faul zuhause herumsitzt und erst irgendwann aus dem Bett kommt. Es sollte eine tägliche Routine vorhanden sein, genauso wie im Berufsleben.

Nun neigt sich aber das wirklich letzte Schuljahr dem Ende zu, und es ist absolut keine Aussicht auf eine Lehrstelle vorhanden. Schwierig ist auch, mit dem Alter sagen zu können, was man denn auch wirklich machen möchte. Man hat kaum Erfahrungswert, bis auf ein paar Praktikumstage, und auch noch nicht die nötige Reife um die Tragweite erkennen zu können.

Ich habe zudem meiner Tochter immer gesagt, bitte überlege dir gut was du lernen möchtest, denn es soll dir ja auch Spaß machen. Wähle keinen Beruf, von dem du sicher weißt, dass du dort verkümmerst. So kann man doch keinen Start ins Berufsleben beginnen. Man ist schnell frustriert und entmutigt.

Nun hat sie sich auf einige Lehrberufe entschieden, und wie sollte es anders sein, sind es welche mit geringem Angebot. So möchte sie gerne Industriekauffrau, Archiv- und Bibliotheksassistentin, Reisebüroassistentin oder Masseurin werden. Letzeres kann man bei uns erst ab einem Alter von 17 erlernen.

Berufe die viele machen möchten und kaum ein Angebot vorhanden ist

Wir haben wirklich schon unzählige Bewerbungen verschickt, Einstellungstests gehabt und Vorstellungsgespräche. Doch immer nur Absagen. Es ist frustrierend!

Für mich schon fast mehr, als für meine Tochter. Die nimmt es noch etwas (zu) locker.

Bei den Tests schneidet sie leider immer schlecht ab, denn sie hat auch noch eine extreme Prüfungsangst und regelrechte Blackouts. Dreimal könnt ihr raten. Bei einer hohen Teilnahme an Bewerbern, welche immer gegeben ist, suchen sie sich natürlich den Besten raus. Auch wenn sie zu einem Gespräch eingeladen wird, also die zweite Hürde geschafft hat, gibt es danach nur Absagen.

Die Firmen wissen gar nicht, was ihnen da entgeht. Ich kenne kaum einen Jugendlichen, der so fleißig, ehrlich und höflich ist, wie meine Tochter. Alle bei denen sie Praktika gemacht hat, würden sie sofort einstellen, doch haben keine Entscheidungsgewalt.

Eine Lehrstelle ist schwieriger zu finden, als eine Nadel im Heuhaufen

Oft bekommt sie nicht einmal eine Rückmeldung oder ich rufe nach, da sie sich nicht melden. Meine Tochter hat da immer etwas Bammel zu aufdringlich zu sein, ich nicht *gg*

Dann erfährt man am Telefon, die Lehrstelle wurde bereits besetzt, oder sie haben sich für jemand anderen entschieden. Hallo, wenigstens eine Absage könntet ihr dann schicken. So waretet man und macht sich Hoffnungen.

Sie hat sich Anfang des Jahres bei einem Reisebüro beworben, diese Stelle ist noch immer offen. Sie hat nach zwei Wochen eine Absage erhalten, da sie Schulabgänger einer Toursimusschule oder Quereinsteiger suchen. Die Anforderungen sind heftig, und mich wundert es nicht, dass die Stelle noch nicht besetzt ist.

Wie soll so ein Jugendlicher einen postivien Start ins Berufsleben haben. Viele Firmen schicken weder eine Absage noch rufen sie an. Manche laden dich zu einem Gespräch ein und melden sich danach nicht mehr. Andere schicken einen Tag darauf sofort eine Absage. Ich bewundere meine Tochter, dass sie noch immer so positiv gestimmt ist, denn mir hängt das Ganze mittlerweile schon zum Hals raus.

Oft hören wir auch von Firmen, dass sie den Beruf wegen ihrer Augen nicht machen kann, und es zuviel Aufwand und Arbeit ist, alles dafür einzurichten.

Beim Arbeitsmarktservice ist sie ebenfalls als Lehrstellensuchende vorgemerkt, doch hier kommt auch nicht sehr viel zurück. Die Betreuung ist dafür spitze und sehr verständnisvoll. Doch das hilft wenig, wenn sie keine Lehrstelle findet.

Das Wort Evidenz hängt uns allen schon zum Hals raus und am liebsten würde ich ja jedes Mal mit fahren um ihnen mal zu erklären, was ihnen da für ein toller Lehrling entgeht. Leider wollen das heutzutage die Firmen nicht mehr, zeigt keine Selbständigkeit! Ich hoffe wirklich für meine Große, dass sie bald ein positives Erlebnis hat und eine Lehrstelle findet. Auf Dauer wird sie ihre Einstellung sicher nicht halten können und auch das Schuljahr dauert nicht mehr so lange. Ich möchte nicht, dass sie dann zuhause vergammelt.

Drückt uns also die Daumen, dass wir bald ein JA hören und den Vertrag unterschreiben können. Bis dahin bewerben wir uns fleißig weiter und hoffen.

Wer kennt es auch und hat Kinder, die demnächst eine Lehrstelle suchen? Geht es euch auch so?

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Tanja Gammer

Leseratte, Hobbyfotografin, Globetrotter und Hobbyköchin aus Leidenschaft. Immer auf der Suche nach Neuem und Interessanten. Kreativität, Begeisterung, Liebe und meine Familie machen mein Leben so bunt. Ab und zu bin ich etwas verrückt also nicht wundern!

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60 Discussion to this post

  1. Silvia sagt:

    Da hast du völlig Recht-eine Lehrstelle zu finden ist heute nicht mehr ganz einfach. Die Anforderungen sind einfach zu hoch gesteckt. Ich drücke euch die Daumen das es bald eine Zusage gibt! Liebe Grüße

  2. hellothanh sagt:

    Ich drücke deiner Tochter ganz fest die Daumen. Nach der Matura habe ich nicht gewusst, was ich machen möchte und da habe ich mich etwas verloren gefühlt. Hilfestellungen habe ich kaum bekommen und aus Verzweiflung habe ich ein Studium angefangen, das mir nicht lag. Ich habe es zwar durchgezogen, aber im Nachhinein empfinde ich das als Zeitverschwendung. Für meine Tochter weiß ich es nun besser und würde sie tatkräftig unterstützen, so wie du es jetzt für deine tust.

  3. Kathrin sagt:

    Liebe Tanja, ich drücke Euch ganz fest die Daumen, dass es bald mit einer Lehrstelle klappt. Leider ist es derzeit verdammt schwer etwas zu finden. Auch mit guter Ausbildung und Berufserfahrung…

    LG kathrin

  4. Carmen sagt:

    Ich kann es nicht mehr hören, mein Kind ist Legastheniker es hat eine Lernschwäche. Nein hat es nicht, das ist das bescheuerte Schulsystem, das den Kindern das Kreuz bricht. Schreiben nach Gehör, das rächt sich ein Leben lang. Den Mist legt man nie ab, wie denn auch? Kinder lernen in jungen Jahren visuell und durch wiederholen. Wenn das aber immer wieder falsch gemacht wird, prägt sich das auch falsch ein. Gerade die ersten beiden Klassen sind doch verdammt wichtig. Manche Fähigkeiten werden in der Schule gar nicht vermittelt oder nur begrenzt vermittelt. Ordnung zum Beispiel. Schulsachen werden komplett in der Schule gelassen. Dass die Kids da Probleme haben, kann ich wirklich nachvollziehen. Deswegen sind Sie aber nicht blöd. Drück dir die Daumen dass deine Tochter was findet.

    • Wir haben einfach ein zu veraltetes Schulsystem. Kinder sind individuell und genaus ihre Bedürfnisse was den Lernstoff und Unterricht angeht. Es werden immer nur die Besten gefördert und heraus gepickt. Gesehen bei unserer Mittelschule. Danke ja, ich mag das Wort Lernschwäche auch nicht, doch es ist der übliche Gebrauch, auch wenn es falsch ist, ich weiß

  5. Andrina sagt:

    Hi Tanja,
    echt traurig, das zu hören. Bei uns ist es mit der Suche nach Lehrstellen auch nicht ganz einfach, bzw. auch danach mit Jobs. Als ich mich vor gut einem Jahr neu orientiert habe, habe ich mich natürlich auch umgehört, Bewerbungen geschrieben und so weiter, aber wie waren die Anforderungen: Für 80% der Berufe war Voraussetzung ein Studium, der Rest wollte Berufserfahrung. Ich konnte da nur meinen Kopf schütteln. Klar, für mich ist jetzt eine abgeschlossene Ausbildung und Berufserfahrung kein Problem, aber wie sieht das denn bitte bei Berufseinsteigern aus? Die will wohl keiner… am liebsten immer: studiert, Ausbildung gemacht, vier oder fünf Jahre in dem Bereich gearbeitet und dann aber bitte nicht älter als 20. Als Frau Mitte/Ende 20 einen neuen Job finden? Auch nicht unbedingt easy, denn in dem Alter wird man schließlich von jetzt auf gleich schwanger… naja, ich denke, dass es sich auch in unserer „modernen Gesellschaft“ nicht so schnell ändern wird. Ich drücke deiner Tochter auf jeen Fall ganz fest die Daumen, dass sich bald was ergibt!

    Liebe Grüße
    Andrina

    • Da hast du ganz recht, ich komme ja auch aus der Branche und höre da so einiges und weiß das leider solche Ansichten immer noch verankert sind. Aber sich beschweren, dass viele Mitarbeiter die sie einstellen nicht mehr wirklich den Arbeitsalltag kennen und wissen wie und was zu machen ist. Einfach weil ihnen auch Praxis fehlt, und die bekommt man aber nur beim Arbeiten. Ist wie beim Staplerschein. Man macht ihn, hat keine Praxis, aber niemand nimmt dich weil du eben keine Praxis hast. Na will man die denn bekommen. Ein Teufelskreis Andrina

  6. Komme über Facebook und vermute aufgrund deiner Bloginhalte, dass Ihr in Linz oder zumindest in der Umgebung wohnt.
    Aufgrund meines Jobs kann ich mich nicht uneingeschränkt in dieser – hier öffentlichen Form – zur Thematik äußern,
    aber ich würde Euch nahelegen mit dem BBRZ in Verbindung zu treten.
    Dort ist man hochspezialisiert für genau solche Fälle und bietet ganze Ausbildungen oder zumindest Möglichkeiten zur Teilausbildung an.
    Auch hinsichtlich eventueller Sehschwäche gibt es hier spezielle Angebote und man versucht währenddessen auch von dort aus reguläre (Lehr-)stellen zu finden.
    Eine Zuweisung/Vermittlung durch das AMS ist möglich – einfach nachfragen.

    Liebe Grüße

    • Hallo, ja du vermutest richtig. Wir haben am Montag einen AMS Termin, der 5te und dieses mal bin in mit dabei und werde das auch einmal zur Sprache bringen. Entweder über das BFI Wifi oder sonstige Institution, mit der sie zusammen arbeiten eine Ausbildung zu machen. Sie wird ja auch schon vom AMS gefördert, was wir bei der Lehrstellensuche angeben. Sie wird auch von der Volkshilfe für arbeitssuchende Jugendliche betreut. Ohne schlecht über diese reden zu wollen, machen die nichts anderes als ich. Im Internet nach offenen Lehrstellen suchen. Auf jedenfall Danke

  7. Silke G. sagt:

    Wir haben noch ein Jahr Zeit – aber mir geht schon ein bisschen die Düse…
    Meine Große (17) möchte unbedingt Hebamme werden. Das es in Richtung Medizin geht war irgendwie bei ihr schon immer klar und mit 14/15 stand für sie fest „das ist mein Traumjob – oder Notärztin“ (aber den NC schafft sie im Leben nicht). Es war total schwierig ein Praktikum zu bekommen. Nur Absagen „unter 18 jährige dürfen nicht in den Kreißsaal“ (ob die das zu Teenie-Müttern in den Wehen auch sagen??? *gg*) . Da sollen sich Jugendliche für einen Beruf entscheiden – dürfen aber nicht wirklich „reinschnuppern“. Totaler Mist. GsD fand unsere Dorfhebamme das ebenso dumm und so durfte sie immer mal wieder mit ihr mitfahren und auch 2 Geburten erleben (ok, beim Kaiserschnitt meckerte die OP-Schwester „aber sie ist noch nicht 18!!“ somit blieb es bei dem einem Kaiserschnitt und die 2 am übernächsten Tag durfte sie nur vor bzw. nachbetreuen.)
    Ausbildungsmäßig ist das ganze nicht so einfach. Zwar wohnen wir Hebammenschulenmäßig gesehen in einer Art „Speckgürtel“ (haben das Glück 3 Schulen im recht nahem Umfeld zu haben) – ABER i.d.R. sind es nur je Jahrgang 30 Plätze und nicht jede Schule hat jedes Jahr einen Jahrgang (total kompliziert). Um überhaupt eine Chance zu haben wird sie sich wohl Deutschlandweit bewerben müssen.
    Tochterkind geht da noch recht locker ran und hofft einfach das es direkt nach dem Abi an der Wunschschule inkl. dem Wunschkrankenhaus klappt (und dann am besten gleich ne WG mit ihrer besten Freundin…. ist ja nicht so das sie keine Träume haben) – ICH bin mir da ja nicht so sicher und die Sache mit dem Deutschlandweit macht mir echt Bauchschmerzen….
    Beim Sohn meiner Freundin war es ähnlich wie bei euch. Er hatte als Förderschüler mit Lernschwäche keinerlei Chance auf dem normalen Lehrstellenmarkt. Auch er ein echt lieber, hochmotivierter Junge. Was er „schulisch“ nicht drauf hat, macht er an Motivation, Einsatzfreude und Tatkraft wett. Die meisten Chefs hatten halt Bedenken das der die normale Lehre schulisch nicht packt. Sie haben über das Arbeitsamt eine Art Internat empfohlen und gefördert bekommen. Im ersten Jahr konnte er in div. Berufe schnuppern. Er gehörte mit den den Schülern die daraufhin übernommen wurden und dort eine Art „kleine Lehre“ dort machen kann. Nun wohnt er in einer Wohngruppe. Seine Vorgesetzten sind sehr zufrieden mit ihm, er hat Spaß und er ist dort regelrecht aufgeblüht.

    • Das ist doch schön und freut mich total für ihn. Deine Tochter hat schon konkrete Vorstellungen, sehr schön, auch wenn man als Elternteil bei so manchen Bedenken hat. Ist wie bei meiner Tochter, Masseurin erst ab 17, weiß der Geier warum. Es ist aber auch wirklich schwierig, da es irgendwie immer mehr Lehrberufe gibt, die plötzlich aus dem Nichts gestampft werden. Ich drücke deiner Tochter die Daumen, dass sie einen der begehrten Plätze bekommt.

  8. Alnis sagt:

    Liebe Tanja, eine sehr gute Freundin von mir hatte mit ihrem Sohn genau das Gleiche mitgemacht wie du, niemand wollte ihm eine Lehrstelle anbieten, es hat ganze zwei Jahre gedauert, nun hat er aber doch einen tollen Betrieb gefunden in dem er eine Lehre absolvieren kann, ich drücke euch ganz fest die Daumen und hoffe, es klappt bald!
    Liebe Grüße
    Nicole

  9. Nila sagt:

    Oh Tanja
    Du sprichst ein wirklich großes Problem an. Ich kann es so nachfühlen. Meine beiden Großen suchten voriges Jahr einen Ferialjob für den Sommer. Sie schrieben zusammen über 80 !!! Bewerbungen. Schön und übersichtlich in einer Mappe und per Einschreiben weggeschickt. Von genau 8 Firmen bekamen sie eine Antwort. Der Rest hielt es nicht mal nötig eine Absage zurückzuschreiben.
    Eine bekam dann einen Job in einem Seniorenheim in der Küche und die andere ging bei TopRein putzen.
    Heutzutage braucht man LEIDER (so traurig es auch ist) sollte man einen Job benötigen das nötige „VitaminB“.. Und zwar in der Chefetage oder im Betriebsrat.
    Sonst wird ausgesiebt ->wie bei einer Sandburg.
    Zuerst alle mit dem nötigen VITAMIN B.
    Dann noch ein paar 1er Schüler. Und der Rest soll gucken, wo sie bleiben.
    genauso wie unser Lehrstellenmarkt sind auch unsere Unis. -> zum weinen.
    Meine Große machte den Aufnahmetest auf der FH für ihren Wunschberuf auch gleich 3 Mal. Da wird zwischen 2000 Anwärtern auf 30 Plätze ausgesiebt. Wovon ein gewisser Anteil an ausländischen Studenten auch noch berücksichtigt wird.
    Unser System frustriert die lernwillige Jugend.
    Wenn dann noch dazu ein Handycap dabei ist.
    So schade, denn Handycap hin oder her, wenn ein Beruf interessiert, dann sind diese Kids absolut lernwillig und mutieren teilweise zu den Besten ihrer Lehrlingsjahrgangsgruppe.
    Land und Magistrat werdet ihr eh schon probiert haben. Mir fällt noch die Firma Schachermayer ein. Die haben damals einen Freund meiner Tochter mit Legastenie auch eine Chance gegeben. Und er hat Bürokaufmann mit Ausgezeichnet abgeschlossen.
    Liebe Tanja, ich wünsche euch besonders deinem Töchterchen alles-alles Gute. Ich halte ihr fest die Daumen.
    Ganz liebe Grüße
    Nila

    • Danke Nila. Schachermayer sucht gerade Großhandelskauffrauen und Männer, Bewerbung abgeschickt. Wir haben schon auf Thalia ausgeweitet. Montag geschickt und heute schon die typische Evidenz Mail erhalten. Es wird immer nur groß gesprochen, aber so richtig macht keine Firma was. Land und Magistrat haben wir schon Tests und Gespräch gehabt, das zweite Jahr hintereinander und leider bis jetzt einmal ein Nein vom Land und für die zweite Stelle steht es noch aus. Magistrat hat gleich zuerst gesagt, dass sie keine Landschaftsgärtnerin werden kann mit den Augen, da muss sie ganz genau arbeiten können und Samen setzen und so ein Zeug. Obwohl die ein eigenes Center für solche Kinds haben. Nanja, hilft alles nichts Nila, aber danke

  10. Tanja L. sagt:

    Ich habe im Reisebüro gelernt und die Stelle zu bekommen war für mich total einfach. Aber OK, es war im Jahr 2001, vor den Anschlägen und zu Zeiten, wo Internet noch ein Vermögen gekostet hat und nur über ein Modem ging, das noch 10 Minuten zum einwählen gebraucht hat und dabei so furchtbar gepiepst hat. Die Zeiten haben sich seit dem total verändeert.
    In Deutschland gibt es ja das Gesetzt, dass Schwerbehinderte (ab 50% meine ich) mit gleicher Qualifikation bevorzugt behandelt werden, leider scheint sich das nur auf bestimmte Beschwerden zu beziehen, denn so mancher kann gar nicht die gleichen Anforderungen erfüllen wie ein „gesunder“ Mensch.
    Absagen sind ein Luxus, den sich die Firmen nicht mehr erlauben. Ich habe auch nur auf 15-20% meiner Bewerbungen Absagen bekommen. Unverschämt sowas, man müsste es vorschreiben und gleich noch mit einer Begründung, die man auch nachvollziehen kann.
    Schade dass es deine Tochter so schwer hat. Gibt es bei euch so etwas wie ein freiwilliges Soziales Jahr? Wäre das ggf. eine Alternative? Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen dass sie doch noch etwas findet!

    • Ja du sagst es. Wie soll so manches Kind mit Handycap auf die gleichen Qualis kommen, wie ein kerngesunder. Da beißt sich die Katze im Schwanz, aber so ist es immer. Das mit dem sozialen Jahr ist wirklich nur der äußerste Notfallplan und muss auch erst sehen, wo und wie sie das machen kann. Danke fürs Daumen drücken

  11. Da habt ihr ja wirklich ein großes Problem zu meistern. Bei uns geht es eigentlich, da durch den enormen Geburtenknick nach der Wende eher Azubis fehlen. Ich hoffe, dass das auch in 6-7 Jahren noch so ist, wenn meine Kids auf Lehrstellensuche gehen. LG Romy

  12. Hallo liebe Tanja,
    ich weiß leider nicht genau, in welche Richtung die Handycaps deiner Tochter gehen – du erwähnst außer der Lernschwäche, dass sie ein eigenes Lesegerät benötig, also tippe ich auf eine ausgeprägte Sehschwäche – auf jeden Fall weiß ich, wie problematisch es schon mit rundum „gesunden“ Kindern ist, einen Ausbildungsplatz zu finden, und wenn dann auch noch ein Handycap vorhanden ist, wird die Suche umso härter. Erst am WE sprachen wir mit einer Bekannten, deren Tochter (leichte) Spastikerin ist, d.h. sie sitzt nicht im Rollstuhl und bekommt keine Anfälle, ist aber motorisch etwas eingeschränkt. Sie ist intelligent und will eine HAK besuchen – und in ganz Österreich wird sie nur von einer einzigen Schule angenommen! Alle anderen verweigern aufgrund der (wie gesagt leichten) Behinderung. Ich hab geglaubt, das darf nicht wahr sein, und das in der heutigen Zeit!
    Bei meiner Tochter, die eine ziemlich extreme Legasthenikerin ist, ist der Spießrutenlauf auch noch nicht beendet: Zuerst wollte sie nach der Hauptschule weiter auf eine HLA gehen – intelligent genug wäre sie dazu gewesen) aber dort wurde ihre Legasthenie – trotz enstprechender Gesetze und eines ausführlichen Befundes – nicht anerkannt (und mein Mädel wollte irgendwann nicht mehr, dass ich mit den Lehrern „kämpfe“). Sie entschied sich für eine Konditorlehre, weil sie gerne buk und man dort außer „Alles Gute zum Geburtstag“ auf Torten auch nicht viel schreiben muss ;-) Nach den ersten anderthalb Lehrjahren entwickelte sie eine Mehlallergie. Sie hat die Lehrzeit dennoch durchgestanden, wechselte dann allerdings in den Servicebereich, wo sie weniger mit Mehl konfrontiert war. Dort wird man aber ziemlich ausgenützt, und so entschied sie sich letztendlich zu einer weiteren Ausbildung (zur Kindergartenassistenzpädagogin – ein neues Mittelding zwischen Kindergärtnerin und Helferin). Da es sich dabei um eine Erwachsenenbildungseinrichtung handelt, wird die Legasthenie aber auch dort nicht anerkannt. Dabei geht sie in eine Klasse mit Gehörbehinderten – und das wird sehrwohl anerkannt und auch intensiv berücksichtigt, inkl. Gebärdendolmetsch, etwas mehr Zeit bei Schularbeiten etc. Meine Tochter hat so wie deine eine ausgeprägte Prüfungsangst. Sprich: die dreijährige Ausbildung (Schule und Praxis) ist hammerhart für sie, obwohl sie sehr, sehr willig ist, fleißig lernt (und derzeit auch noch gute Noten hat). Mit Kindern kann sie unheimlich gut umgehen, sie hat viel pädagogisches und psychologische Gespür und darauf sollte es ja eigentlich ankommen, aber letztendlich wird sie auch danach beurteilt, wie gut sie rechtschreiben kann, oder wie gut ihr Englisch ist (beides leider nicht so…) oder ihr Mathe (besser), wie ihre Biologie- oder Geschichte-Tests ausgefallen sind (was bei der Arbeit mit 3Jährigen sicherlich „enorm wichtig“ ist) etc.
    Ich wünsche euch auf jeden Fall alles Gute bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz. Nachdem du geschrieben hast, dass es bei deinem Mädel einen sonderpädagogischen Förderbedarf gibt – gibt es ev. Stellen, an die man sich in diesem Fall um Unterstützung bei der Suche wenden kann? Oder ein Jugendamt / Kriseninterventionszentrum/ Beratungsstelle für Jugendliche mit Handycaps etc…? Ev. gibt es ja Arbeitsplätze mit Förderung, wenn jemand mit Handycap aufgenommen wird oder irgend etws in dieser Richtung??? Eine Suche in diese Richtung würde ich zumindest mal als Ausweg oder Notlösung in Erwägung ziehen, falls sonst nichts zurückkommt…
    Daumendrück und alles Liebe, Traude

    • Juhu Traude, ja wir sind bei mehreren Institutionen dabei, die genau solchen Kindern mit Handycap helfen, doch die gute alte Freundalwirtschaft ist ausgestorben. Sie können nur beraten und Tipps geben. Wir haben nächsten Montag einen Termin beim Arbeitsamt, da fahre ich mit und will mal mit ihm reden, ob es nicht noch andere Maßnahmen von ihnen gibt. Gerade jetzt wo die Regierung einen so auf Lehrstelle für alle und soweiter.
      Da habt ihr ja auch schon so einiges hinter euch puh

  13. Liebe Tanja, ohne gute Abschlüsse ist es deutlich schwerer, eine Lehrstelle zu finden. Das Wort „Förderschule“ kommt weder bei deutschen noch bei österreichischen Arbeitgebern gut an. Da das nun mal so ist, sollte sie etwas anderes versuchen: Ich halte es für sinnvoll, dass sie direkt zu den Firmen geht und die Karten auf den Tisch legt: „Ich bin Förderschülerin und möchte Ihnen zeigen, dass ich etwas leisten kann, um eine Ausbildung zu machen. Kann ich bei Ihnen für 4 Wochen ein Praktikum machen?“ Sie kann dann direkt ohne den Druck eines Vorstellungsgesprächs einen guten Eindruck machen und die Firma von sich überzeugen.
    Alles Gute für deine Tochter!
    Liebe Grüße, Ina

    • Ja, wir üben jetzt genau das Ina, etwas mehr auf ihre Stärken eingehen, aber gezielt sofort sagen was die Schwäche ist, jedoch in keinster Weise hinderlich in der Arbeit ist

  14. „Zudem behält sie Wissen, dass sie persönlich nicht interessiert absolut nicht. Dafür jedoch jenes, dass ihre Neugierde weckt“

    WAS??? DAS IST EIN HANDICAP????

    Das geht mir schon immer so!!! :-D

    Mein Sohn war in den Augen der Schule auch ein „Problemkind“ und die meisten Lehrer haben ihm eine bescheidene Zukunft vorausgesagt. (Ich habe dann immer leise über die angepassten Idioten gelacht) :-D
    Er hat dann nach langem, vergeblichen Suchen in unserem Bundesland seine Suche auf Bayern ausgeweitet und dort eine Lehrstelle gefunden.
    Letztes Jahr hat er seine Lehre als einer der drei besten von ganz Bayern mit Auszeichnung abgeschlossen.
    Und jetzt möchte er den Meister machen und ein eigenes Unternehmen gründen.

    Wenn du mich fragst, sind viele Entscheider ziemliche Deppen.
    Die schauen heute auf die falschen Werte.

    • Nicht doch, das meinte ich nicht mit dem Handycap. Sie hat eine Sehschwäche und sieht nur auf einen Meter scharf mit Brille und Augenstygmatus. Heißt Augenpendeln, sie kann Punkte nicht richtig fixieren. Dazu noch die enorme Prüfungsangst. Wow, da kann er mächtig stolz auf sich sein, bravo

  15. Anja S. sagt:

    Hallo liebe Tanja,
    das klingt wirklich nicht sehr berauschend und ich drücke Euch die Daumen, dass es bald klappt mit dem Ausbildungsvertrag. Zu meiner Zeit war es noch kein Problem eine Lehrstelle zu bekommen und ich bin fast ein wenig froh, dass meine Tochter derzeit noch nicht auf der Suche ist. Sie hat sich nun entschieden, das Abitur zu machen.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

  16. Christine sagt:

    Hallo Tanja,

    ich merke auch, wie sich die Zeiten geändert haben. Allein die unterschiedlichen Schulen, die uns nach der 4 ten Klasse angeboten werden, wo man aber oft erstmal einen Test machen muss. Schon in dem kleinen Alter wird aussortiert. Ich kann nur erahnen, wie es dann mit Handicap ist, dass deine Tochter eine Lehrstelle findet. Ich drücke die Daumen, dass dies bald ein Ende nimmt!

    Liebe Grüße

    Christine

  17. Sabienes sagt:

    Wäääh, ist das aber ein Mist!
    Gibt es für sie denn kein besonderes Förderungsprogramm, in dem sie als Behinderte einen Beruf lernen kann? Oder ist sie dafür wieder zu wenig gehandicapt?
    Ich drück euch mal die Daumen, eure Maus und ihr ja auch könnt es gebrauchen.
    LG
    Sabienes

    • Es gibt solche, aber sehr begrenzte Stückzahl und nicht in allen Berufen.Sie ist auch in Betreuung bei der Volkshilfe und Come17. Es gibt zwar bestimmte „Werkstätten“ die Jugendliche mit „Behinderung“ ausbilden, jedoch werden diese Ausbildungen in der normalen Wirtschaft absolut nicht anerkannt und sobald eine Firma das liest, hat man kaum Chancen hinein zu kommen

  18. Ich glaube dir gern, dass es sehr frustrierend ist. Die Ansprüche heute sind richtig hoch. Am liebsten wollen die Firmen für einfache Lehrberufe Abiturienten haben. Auf der anderen Seite wird der Fachkräftemangel bemängelt. Kinder, die lernbehindert sind, bekommen kaum eine Chance.

    Meine beiden Jungs stehen glücklicherweise schon mitten im Leben, wobei der jüngere noch studiert. Hat aber auch spät damit angefangen.

    Ich drücke ganz doll die Daumen. Wenn Deine Tochter keine Lehrstelle bekommt, könnte sie vielleicht irgendwo jobben. Oft bekommt man dann eine Change, in dem Betrieb eine Ausbildung zu machen.

    Liebe Grüße Sabine

    • Danke Sabien, wir geben die Hoffnung nicht auf. Sie soll jetzt einmal noch das Schuljahr zu Ende machen und dann müssen wir uns Notfallpläne ausdenken. Leider ist das mit dem Jugendschutz nicht so einfach mit dem jobben bei uns

  19. Hallo Tanja

    Ganz ehrlich, mir grauts jetzt schon davor, eine Lehrstelle für und mit meinen Sohn zu suchen. Es ist zwar noch nicht soweit, aber es dauert nicht mehr lange.
    Also da gebe ich dir völlig recht, zumindest eine Rückmeldung der Absage könnte man doch geben! Find ich echt nicht gut von den Firmen, schließlich wissen die doch selbst wie es ist.
    Mit den ganzen Problemen die deine Tochter hat, muss sich auch mein Sohn rumschlagen (Lernschwäche u.s.w) Es ist wirklich schwierig genug und dann steht alles auch noch auf dem Zeugnis, wenn Firmen „Förderschule“ lesen, lesen sie meistens garnicht weiter!

    Viel Glück wünsche ich euch und drücke die Daumen.

    Liebe Grüße Susi

  20. kev sagt:

    Guten Morgen Tanja! Meine deutsche Übersetzung ist nicht so sehr gut mehr. Es ist etwa 40 Jahre her, seit ich die deutsche Sprache studiert. Aber ich folge ihr blog zu versuchen einige Verständnis des Deutschen zu gewinnen. Eine Sache, die ich nicht verstehe, ist der Verweis auf die „Niete“… Was bedeutet „eine kleine Niete“ ?
    Danke!

  21. Liebe Tanja,
    ich weiß wovon du spricht, denn ich bin ja in einer Maßnahme tätig und meine Schützlinge sind in dem Alter deiner Tochter und auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Die Hürden, die Absagen, die Gespräche- es wird immer schwieriger. Ich wünsche euch ganz viel Energie und hoffe sehr, dass sie bald am Ziel ist.
    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag!

  22. Ede-Peter sagt:

    Es ist wirklich nicht leicht, auch wenn es bei mir und auch bei meinen Kindern schon eine ganze Weile her ist … …
    „Sie kann doch Bloggerin werden“ – Nein, kleiner Scherz …
    Ich drücke euch die Daumen.
    Herzlichen Gruß Ede

  23. Cindy sagt:

    Hallo Tanja,

    meine Ausbildung liegt auch schon 7 Jahre zurück, ich hatte damals das Problem das ich nicht wusste, was ich machen möchte, denn von meinem Lehrer war ich etwas eingeschüchtert, nichts wirtschaftliches zu machen. Aufgrund meiner Behinderung laufe ich im Arbeitsamt in einer anderen Abteilung und da hatte ich eine Sachbearbeiterin gehabt die mir vom Berufsbildungswerk im Oberlinhaus in Potsdam berichtet hat. Diese Einrichtung bildet Jugendliche mit köperlichen oder sonstigen Einschränkungen in verschiedene Berufsfeldern aus (Wirtschaft, Handwerk, Gastronomie u.a.) Vorher hatte ich allerdings die Möglichkeit ein Schnupperkurs zu machen: ich hätte also sagen können – ach Buchbinder, Koch, Fachangestellte für Medien und Informationsdienste Fachrichtung Archiv oder Büroberufe interessiern mich und ich hätte da mal reinschauen können. Gemeinsam mit den Mitarbeitern dort wird geschaut ob meine Wünsche auch zu mir passen und es werden auch nach Alternativen geschaut. Ich wollte unbedingt in den Archiv Bereich reinschnuppern, weil ich mich selbstständig schon für die Bibliotheksfachrichtung beworben hatte. Meine Testphase ging 4 Wochen während der Zeit konnte ich dort vor Ort im Internat wohnen und bin nur am Wochenende nach Hause gefahren. Für mich hat sich herausgestellt, dass ich die FaMi Archiv Ausbildung hätte machen können, aber eben auch Kauffrau für Bürokommunikation, wofür ich mich letzten Endes entschieden habe. Diese Möglichkeit vorher mal zu testen, fand ich fantastisch und das sollte eigentlich allen Jugendlichen möglich gemacht werden. Unabhängig ob sie in irgendeiner Weise gehandicapt sind oder nicht. Die gesamte Ausbildung wurde von der Arbeitsagentur finanziert und ohne diese Sachbearbeiterin hätte ich nie gewusst, dass es eine solche Einrichtung und Möglichkeit gibt. Es gab dort auch Jugendliche die Hilfsmittel fürs Lesen gestellt bekommen, dass Ausbilder Team und die Lehrer der Berufsschüler konnten auch auf Lernschwierigkeiten Rücksicht nehmen und eingehen. Also doch in vielen Bereichen helfen und unterstützen, was vielleicht in der „freien Wirtschaft“ schwer gemacht wird.

    Ich lasse dir mal den Link der Seite da vielleicht gibt es so was ja auch in at = Österreich?

    bbw-oberlinhaus-potsdam.de/informationen/berufsausbildung/

    Ich drücke euch die Daumen, dass ihr bald eine Lehrstelle findet.

    Einen schönen Sonntag und liebe Grüße Cindy

    • Danke Cindy, ja solche Ausbildungsstätten gibt es auch bei uns, jedoch nicht für jeden Beruf. Sie hat auch schon diverse Tests gemacht, für die Einstufung der Berufe, die für sie am besten geeignet sind und machbar.
      Danke fürs Daumen drücken, es wird hoffentlich schon werden

  24. Ich selbst habe keine Kinder die eine Lehrstelle suchen bin aber Entscheiderin. Für unsere neuen Auszubildenen muss ich Dir sagen als ich gelesen habe das DU telefonisch nachhakst war es bei mir schon durch/ wäre Deine Tochter schon durch. Wir haben das bei uns so oft das Eltern anrufen und fragen ob wir eine Lehrstelle für Ihren Sohn/ Ihre Tochter haben. Die werden niemals bei uns anfangen. Wer nicht mal so selbstständig ist einen simplen Anruf zu tätigen, selbst mit etwas Bammel, der wird auch sonst nicht sehr zielstrebig sein. Das ist einfach die Assoziation daraus.

    Als ich damals meine Lehrstelle bekommen habe war ich vorab 6 Monate in dem Unternehmen als Praktikantin. Es waren bestimmt 200 Bewerbungen und jede Menge absagen. Aber das ist so. Die andere Seite bekommt nicht weniger. Auf eine Lehrstelle erhalten wir teilweise bis zu 1000 Bewerbungen. Wir schreiben aber auch Absagen- das sollte schon drin sein.

    Ich habe in meiner Firma damals angerufen und ein freiwilliges Praktikum angeboten. Ich hatte das vorher mit meiner Mutter geübt damit ich nicht klinge wie der totale Hemp sondern für mein Alter aufgeschlossen und interessiert. Meine Mutter konnte mir da schnell sagen wie ich rüber komme. Das hat mir viel geholfen. Dann habe ich mich persönlich vorgestellt. In Mathe hatte ich eine vier – nicht gerade tolle Vorraussetzungen aber da muss man eben ausgleichen. Ich habe damals gesagt – „Ich bin vielleicht kein Mathegenie dafür kann ich aber hervorragend mit dem PC umgehen und kenne mich mit den neuen Medien aus“ Schon war die vier nur noch halb so wichtig. Da könnte Deine Tochter mit Ihrem English auch wunderbar punkten.

    Mein Rat ist daher lass Deine Tochter selbst anrufen. Nur das zeigt das sie selbst an einer Lehrstelle auch Interesse hat. Und Bewerbungstests laufen immer gleich ab. Die Fragen sind ähnlich. Also kann man das in gewisser Weise auch üben. Wenn Sie dann ein Vorstellungsgespräch hat oder einen zweiten Termin dann ist das schon der beste Fuß in der Tür auf dem Weg zur Lehrstelle. Nur spätestens dann muss sie überzeugen – nicht Du!

    Das andere ist – die Bewerbungen. Wir bekommen Bewerbungen da fehlt die Hälfte. Selbst wenn da mal einen schlechte Note dabei ist – dazu muss man stehen. Es sollte alles belegt sein und auch korrekt. Wenn die Bewerbung sich dann noch optisch von anderen unterscheidet landet sie automatisch auf dem Stapel: „Eventuell“. Wie wäre es wenn Ihr statt einfacher Bewerbungen mal ein Video macht und eine CD in einer Bewerbungsmappe mit schickt? Oder wenn Deine Tochter einen Flyer gestaltet über sich selbst. Über Onlinedruckereien gibt es ja inzwischen richtig schicke Vorlagen die mit Sicherheit für mehr Aufsehen und damit für bessere Chancen sorgen … Grad bei einer Lehrstelle finde ich wichtig wenn sich ein Bewerber plötzlich von den anderen aus der Masse heraushebt.

    Ich drücke Euch die Daumen das es in naher Zukunft dann auch klappt :)

    Beste Grüße 💙 BeAngel

    • Danke, die Idee mit dem etwas anderem Bewerbungsschreiben ist gut. Ach ja, ich rufe nicht an und frage nach ob sie eine Lehrstelle haben, nein, das macht sie schon selbst. Doch sie traut sich nach mehreren Wochen nach dem Vorstellungsgespräch nicht nachfragen, ob schon eine Entscheidung gefallen ist bzw. sie vergessen wurde. Darum geht es eher. Den Rest macht sie schon alleine und ich fahre auch nicht mit zu den Vorstellungsgesprächen. Ich werde ihr den Rat geben, dass sie beim Vorstellungsgespräch mehr auf ihre Stärken eingehen soll, danke.

      • Das bezieht sich auf Beides. Sowohl auf den ersten als auch auf den zweiten Nachfrage Anruf. Da gibt es keinen Unterschied. Mag sein das Du Dir dann die Absage abholst wenn die Bewerbung schon etwas her ist aber dennoch .Sollte zu dem Zeitpunkt das Auswahlverfahren noch laufen wandert Ihre Bewerbung vom einen auf den anderen Stapel.

        So eine Lehrstelle ist der Weg in die erste Eigenständigkeit und wenn die Schulzeit endet dann kommt der Ernst des Lebens. Sie muss ab dann Ihre eigenen Entscheidungen treffen und sich auch selbst um Erledigungen kümmern. Das heißt ja nicht das sie vollkommen alleine da steht. Rat kann Sie sich ja auch weiterhin holen. Du sagst ja selbst Sie nimmt das alles noch sehr leicht und locker. So leicht und locker es aber im Berufsleben nicht mehr. Da heißt es friss oder stirb. Setz Dich durch oder den letzten beißen eben die Hunde.

        Aus der Masse herausstechen ist heute wirklich sehr wichtig geworden grad weil es auch schwieriger geworden ist eine Stelle zu bekommen.

  25. Kerstin sagt:

    Hi Tanja, kann ich alles gut nachvollziehen, eine Lehrstelle zu finden, vor allem wenn man einen der gefragten Berufe möchte, ist irre schwer. Einer meiner Söhne hat zuerst ein Studium angefangen, aber festgestellt, dass es nicht das Richtige war. Kann passieren. Er entschied sich, eine Lehre in der Stadtverwaltung oder als Industriekaufmann zu machen, was ihm auch total liegen würde. Keine Chance – ich denke, die Absagen lagen vor allem an seinem Alter. Jetzt studiert er halt doch, mit Abi hat man zum Glück noch Auswege.
    Ich drücke deiner Tochter die Daumen und beide große Zehen, dass sie etwas findet und bekommt, das ihr gefällt.
    Liebe Grüße
    Kerstin

  26. Manni sagt:

    Tanja ! Ein sehr schöner Beitrag und aus dem Alltag gegriffen. Ich selbst habe bei meinem Sohn und meiner Tochter das gleiche mitgemacht. Sie hatten nur mehr Glück und beide haben relativ schnell eine Ausbildungsstelle erhalten. Sie haben beide ihre Lehre erfolgreich beendet und stehen heute im Berufsleben. Beide , da bin ich mir relativ sicher würden sich aber heute für andere Berufe entscheiden. Es ist sehr schwierig wie du auch geschrieben hast, sich für den richtigen Beruf zu entscheiden. Warum ? man hat eigentlich keine Ahnung was da auf einen zukommt und kann dies auch nicht abschätzen. Ich finde sehr wichtig sind auch die Möglichkeiten sich nachher weiterzubilden.
    Ich selber habe als Ausbilder über 20 Jahre in meinem Beruf ( Speditionskaufmann bzw. heute nennt es sich Kaufmann/frau für Transport und Logistik ) ausgebildet und bestimmt über 100 Azubis begleitet. Könnte ein Buch über die Erfahrungen schreiben egal ob positiv oder negativ. Sie sollte bei Interesse mal diese Möglichkeit in Betracht ziehen. Transportiert wird immer und dies wird auch künftig immer einen höheren Stellenwert einnehmen, egal ob Strasse, Luft, oder Seefracht. Durch unsere globalisierte Welt ist das der Beruf der Zukunft ! Von den Anforderungen her reicht die „Mittlere Reife“ , wobei auch immer mehr die Fachhochschulereife vorweisen können. Fremdsprachen sind natürlich Bedingung aber du hast ja geschrieben dass sie sehr gut Englisch kann !
    Einfach mal über diesen Beruf informieren wenn sie Lust darauf hat. Wo ich arbeite weißt du ja und GW ist auch in Linz bzw. Wels ansässig nur mal so als Tipp !

    • Danke, ja ich habe sie darauf auch schon hingewiesen und sie meinte, sie überlegt es sich noch. Da hat sie dann doch ihren eigenen Kopf, was auch gut so ist. Es ist eben das blöde Zeugnis der neuen Mittelschule, das gerade in Mathe mit 4 ein rotes Tuch bei den meisten ist. Auch wenn es Vertiefend ist. Das Polyzeugnis jedoch ist im letzten Jahr das beste der Klasse gewesen, aber interessiert ja keinen. Wird hier ja nicht als Schule angesehen, sondern als Zwischenstation, weil einem das 9. Schuljahr abgeht

  27. Puh, das hört sich echt anstrengend an! Ich bin total überrascht das deine Tochter immer noch positiv ist – ich glaube ich würde durchdrehen!!!
    Viel Erfolg wünsche ich Ihr (Euch) auf jeden Fall und hoffe es kommt bald was!!

    xoRosie

  28. Tina-Maria sagt:

    Hallo Tanja. Unser Sohn ging auf die Realschule und hat mit sehr gut abgeschlossen. Zum Glück hatte er nach dem vierten Bewerbung schon eine Lehrstelle in der Tasche als Gebäude- und Energie Techniker. Im Sommer hat er seine Abschlussprüfung und dann möchte er sich weiterbilden. Ich dachte damals, er muss bestimmt 100 von Bewerbungen schreiben. Reine Glücksache ist das mit einer Lehrstelle. Wer weiss wie es dann bei ihm aussieht.Ich drück euch die Daumen und Kopf hoch es wird schon! Lg Tina-Maria

  29. Ruby sagt:

    Guten Morgen Tanja,

    das hört sich mal wieder unheimlich stressig und aufraubend an. Meine Suche nach einer Lehrstelle ist ja nun schon etwas länger her, aber ich hab mit der Zeit auch einfach die Lust verloren. Es ist einfach fürchterlich wenn man ständig absagen erhält, teilweise nicht mal weiß wieso und dann in der Luft hängt. Schlimm ist wirklich, wenn die Zeit drängt und das obwohl man so pünktlich angefangen hat.
    Es ist wirklich schlimm, dass man so viele Hürden überwinden muss und trotz allem zum Schluss nicht weiß ob man sie tatsächlich gut überwinden kann.

    Ich drücke euch auf alle Fälle ganz doll die Daumen, dass es klappt und ihr eine Stelle finden werdet.

    Liebe Grüße,
    Ruby

  30. Erst drücke ich euch die Daumen das ihr bald eine Lehrstelle bekommt.

    Ich kenne das von mir habe zwei Jahre eine Gesucht … und dann habe ich drauf ge*****en …. und bin einfach so arbeiten gegangen …. Jetzt einen Job fnden als Alleinerziehende – is extrem schwer. So wie du schreibst … man bekommt absagen oder keine Antwort.

    Bei mir dauert es noch das sich mein Zwerg eine Lehrstelle suchen muss, aber davor habe ich schon richtig Bammel – wenn es mal so weit ist. Die Zeiten werden nicht besser …

    Lg Michi

    • Du sagst es Michi, es wird immer schwieriger. Ich habe das etwas einfacher in Erinnerung. Bei mir gab es zwar auch Aufnahmetests, aber vorwiegend bei Stellen im öffentlichen Dienst. Privatfirmen hatten ein Vorstellungsgespräch mit 2-3 Tagen Probearbeiten und dann wurde Tacheles gemacht. Kinder die sich bei Tests und Schule schwer tun, sind jetzt die Leidtragenden

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