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Familienrituale wichtiger denn je

Nach dem doch eher sachlicher gehaltenen Bericht von Kindererziehung, möchte ich euch einen kleinen persönlichen Einblick in meine Familie geben und unserer „Stammesrituale“

Es ist immer schwierig einen Bericht zu schreiben der durch das Thema alleine schon ganze Bücher füllen kann und dennoch soll er für meine Leser nicht zu lang werden. Ich will euch ja nicht vergraulen.

Ich möchte zuerst jedem wirklich mehr als nur ans Herz legen – führt unbedingt Rituale bei euch ein!

Der Wert dieser Beständigkeit ist einfach unbezahlbar und prägt das Kind für das Leben. Ich spreche aus Erfahrung!

Es gibt den Kindern Halt und die Familienbande werden enger geknüpft.

Bezogen auf meine Familie und Tochter die bereits 14 Jahre alt ist, und von der ihr demnächst noch ein paar Geschichten lesen dürft.  Kindern und deren Verhalten und Umgang untereinander.

Für mich sind gewisse Rituale immer schon sehr wichtig gewesen, habe ich diese auch von meinen Großeltern mit auf den Weg bekommen und übernommen. Klar hat jede Familie seine eigenen, doch oft eben auch gar keine.

Fangen wir einfach mal mit den „Feiertagen“ an…

Weihnachten

Der Tag schlecht hin für Kinder, gleich nach ihrem Geburtstag!

Gerade hier soll es ruhig und wirklich harmonisch zugehen. Als meine Tochter noch kleiner war und es aktiv mit bekam, habe ich mich an meine Kindheit erinnert und wie wir das mit dem Christkind gehandhabt haben. Wie gesagt, ich habe fast alles übernommen.

Am 1. Advent backen wir gemeinsam Kekse, auch jetzt noch. Ich bereite die Teige vor, meine Zwei sind für das Ausstechen und Formen zuständig. Früher sahen wir dabei immer wie Gespenster aus, ganz weiß vom Mehl! Auch heute freut sich meine Tochter noch darauf, auch wenn sich eines geändert hat (keine Gespenster mehr). Der Brief für das Christkind wird nicht mehr geschrieben.

Denn genau das war etwas das ich schon machte und liebte. Auch am ersten Adventsonntag wurde gemeinsam eine Liste für das Christkind mit den Wünschen aufgeschrieben. Diesen haben wir dann auf die Fensterbank im Kinderzimmer gelegt, damit sie es sich abholen kann. Am nächsten Tag war er dann plötzlich verschwunden – da war wohl das Christkind da!

Wir haben versucht, es so lange wie möglich aufzuschieben und zu bewahren. Natürlich sprechen Kinder schon im Kindergarten und Schule darüber und meinen einen sofort aufklären zu müssen und so den Zauber zu nehmen.

Meine Antwort auf die Frage, ob es das Christkind leicht gar nicht gibt, und wir die Geschenke besorgen war immer folgende – Das Christkind gibt es, nur die Geschenke müssen leider wir ab und zu besorgen, weil es ja alle Kinder in einer Nacht beliefern muss, das kann schon stressig werden. Da helfen wir ab und zu aus! Nicht originell, aber meine Tochter hat danach immer gestrahlt. Als sie dann 7 oder 8 war, konnten wir uns nicht mehr rausreden, dennoch schreibt sie trotzdem bis heute eine Liste und gibt sie halt einfach uns.

Wichtig für uns war und ist auch der geschmückte Christbaum. Diesen machen wir gemeinsam am 24.12. Vormittags. Den Stern oder Spitz, darf mein Mann anbringen! Geschenke wurden immer in einen unbeobachteten Moment darunter gelegt, die kleine Glocke geläutet und somit wusste sie, das Christkind war da!

Ostern

Auch hier haben wir immer ein bestimmtes Muster gehabt. Das Nest wurde immer versteckt, mal leichter mal schwerer. Ich lasse es mir heute noch nicht nehmen, es irgendwo in der Wohnung zu platzieren. Klar, umso älter sie wurde, umso schneller findet sie es *gg*

Geburtstag

Hier muss ich gestehen, habe ich einen Fehler gemacht und war nicht jedes Jahr fleißig am Feiern mit meiner Tochter. Selbst wurde der Tag bei mir gehandhabt wie jeder Normale und Geburtstagsfeiern gab es keine.

Ich habe dafür einfach kein Gefühl und fühle mich unwohl, wenn mein eigener gefeiert wird. Daher mache ich das auch nicht.

Die ersten Jahre bis zur Schule jedoch, haben wir Familie und Freunde eingeladen. Es gab Kuchen mit Kerzen und Geschenke. In der Schule feierte meine Tochter nur 2x mit Klassenkameraden bei uns. Sie hat kaum Freunde, da sie nicht akzeptiert wird und anders ist. Aber das ist eine andere Geschichte.

Weshalb sie selbst nun auch nicht wirklich darauf drängt zu feiern, dürfte sie etwas demprimieren, da niemand kommen würde.

Zu Tisch

Für mich mehr als nur wichtig und ich bestehe darauf. Gegessen wird gemeinsam am Tisch. Es gibt keinen Fernseher der irgendwo im Hintergrund stört, Handys sind auch tabu! Es wird gesittet gegessen und wir unterhalten uns über den Tag bzw. die Woche was passiert ist und uns auf den Herzen liegt.

Als ich früher noch im Verkauf beschäftigt war, gab es einen festen Tag – Sonntag! Da wurde selbst gekocht und zu hause gegessen. Aufgestanden wird erst wenn alle fertig sind. Es gibt kein reden mit vollem Mund, Geschmatze oder Geschlürfe. Man lässt zuerst ausreden und spricht dann selbst.

Mittlerweile bin ich seit Jahren wieder im Büro tätig und die Tage haben sich auf Freitag, Samstag und Sonntag ausgedehnt. Natürlich fährt man ab und zu mal in eine Restaurant oder wird eingeladen. Dennoch wird bei uns das gemeinsame Essen am KÜCHENTISCH gerne gemacht und wir freuen uns immer besonders darauf. Bewusst schreibe ich Küchentisch groß. Es gibt kein Essen auf der Couch oder sonst wo. Gegessen wird gemeinsam am Tisch bei uns zu hause. Es verbindet und gehört für mich einfach dazu. Auch wenn meine Tochter jetzt sauer wäre und meinte, sie hätte keinen Hunger, muss sie bei uns sitzen und darf nicht in ihr Zimmer. Meistens isst sie dann doch mit.

Genauso handhaben wir es mit dem Abendessen. Kein Fernseher oder Handy, nur Radio und gemeinsam am Tisch, auch wenn jemand keinen Hunger haben sollte! Allgemein darf der TV nur am Abend nach dem Essen eingeschalten werden! Unter der Woche durfte meine Tochter nie fernsehen, erst als sie 10 Jahre alt wurde. Da entdeckte sie Galileo auf Pro7 für sich.

Zu Bett gehen

Auch hier haben wir ein Ritual, aber nicht nur mit meiner Tochter.

In den ertsten 7 Lebensjahren habe ich ihr kurz vor dem Schlafen gehen, immer eine kleine Geschichte vorgelesen. Danach gab es Küsse und unseren Spruch (den gibt es jetzt auch noch) – Hab dich lieb, schlaf gut und träum was Schönes!

Das Lesen hat dann aufgehört und sie hat selber gelesen. Heute gibt es noch Momente da lese ich gerne vor und sie wünscht es sich. Alleine weil ich schon die Stimmen verstelle und herumblödle dabei.

Sie musste immer sehr bald schlafen gehen und wie gesagt, durfte unter der Woche nicht fernsehen. Es gibt auch keinen TV im Kinder- oder Schlafzimmer bei uns – TABU!!!

Mittlerweile darf sie bis 20:30-21:00 Uhr aufbleiben. Jaja ich weiß, was mit 14 Jahren und nicht länger?! Ja, denn ich kenne meine Tochter, ich bekomme sie einfach nicht aus dem Bett Morgens sobald sie ihr Schlafpensum nicht hat *gg*

Jetzt würde mich interessieren wie ihr zu hause es macht! Habt ihr auch Rituale? Wenn ja, welche? Wenn nein, WARUM?

Leseratte, Hobbyfotografin, Globetrotter und Hobbyköchin aus Leidenschaft. Immer auf der Suche nach Neuem und Interessanten. Kreativität, Begeisterung, Liebe und meine Familie machen mein Leben so bunt. Ab und zu bin ich etwas verrückt also nicht wundern!

12 Comments

  • Mihaela

    Hallo Tanja,

    ich finde Rituale, gerade im Hinblick auf Kinder auch sehr wichtig. Ich habe meinen Kindern zum Beispiel bis zum 9. Lebensjahr vorgelesen, und als sie selbst lesen konnten haben sie dann mir im Anschluss vorgelesen- das machen wir heute noch teilweise. Dabei geht es gar nicht nur ums Lesen, häufig lassen die Kids dann den Tag Revue passieren und erzählen Dinge, die ich noch nicht wusste und die in der Alltagshektik häufig untergehen würden.

    Liebe Grüße
    Mihaela

    • Tanja Gammer

      Das ist schön zu hören Mihaela,
      ich habe es auch geliebt vorzulesen und darf es jetzt ab und zu noch, obwohl sie 16 ist. Meistens werden Geschichten dann aber selbst erfunden. Für Kinder sind Rituale einfach so wichtig und geben ihnen Halt. Man merkt es später dann, wenn meine Tochter dann von Anderen erzählt und selbst schon sagt, sie ist froh, das wir das nicht so machen.

  • Dana

    Da bin ich ganz deiner Meinung. Ich habe sooo viele schöne Erinnerungen aus meiner Kindheit und auch der Kindheit unserer Tochter (26) die fast alle etwas mit Ritualen zu tun haben.
    Dadurch zeigt man seiner Familie Respekt und Interesse und natürlich auch dass sie einem wichtig sind und dass man sie liebt. Als Folge davon fühlt man sich seiner Familie sehr verbunden (die Kinder auch wenn sie mal ausziehen) und sicher aufgehoben. Das gibt Kraft, Selbstbewußtsein, Zufriedenheit und gute Laune. Ich glaube das viele Familien nur deshalb Probleme untereinander haben (als Folge auch mit Menschen außerhalb der Familie) weil sie täglich nicht miteinander reden und sich miteinander beschäftigen. Wichtig werden komplett unwichtige Dinge (Internet, Handys, etc.) aber irgendwann rächt sich das.

    Deshalb ist es ja auch so wichtig, es den eigenen Kindern vorzuleben, damit sie es ihren Kindern weitergeben können.

    liebe Grüße
    Dana :)

  • Nadine

    Hallo Tanja,
    ja die lieben, guten Rituale. Auch ich finde es wichtig und gut, wenn man welche hat.
    Unsere Tochter ist 15 Monate. Wir essen zusammen am Tisch und das Zubettgehritual ist Geschichte vorlesen, Spieluhr hören, ist Papa da Handpuppentheater und knuddeln.
    ‚Ich hab dich lieb und träume süß.‘
    Feiertage feiern wir wie sie kommen da mein Mann offshore arbeitet und nicht immer daheim ist.
    Liebe Grüße aus dem verregneten Holland
    Mama Nadine

    • Tanja Gammer

      Hallo Nadine,

      sehr schön das ihr auch Rituale zuhause habt. Leider kenne ich viele die das nicht mehr machen. Schade für die Kinder, denn sie verpassen so einiges. Ich wünsche dir noch einen schönen Montag

  • Ede Peter (Herr R.)

    Hallo Tanja,
    da kann ich dir nur zustimmen. Rituale sollte es in jeder Familie geben, weil ich auch der Ansicht bin, das sie Halt, Geborgenheit geben und ebenso den Zusammenhalt fördern. Die wichtigsten hast du ja aufgezählt, wobei ich persönlich noch zwischen deinen genannten und den vielen kleinen Ritualen unterscheiden möchte (die wir vielfach ja auch haben ohne das wir es bemerken – hattest du ja auch erwähnt).

    Vielfach ist es leider so, dass die meisten denken oder glauben, dass Rituale nur was für Kinder sind (also Familienleben), das finde ich nicht. Wir Erwachsenen sollten auch versuchen für uns Rituale zu bewahren oder spezielle nur für uns „erfinden“ und damit schöne Momente verbringen.

    Vielen Dank für deinen tollen Text. Hat mir sehr gut gefallen.
    Herzlichen Gruß
    Ede

    • Tanja Gammer

      Hallo Ede, Rituale kann man eigentlich auf den Menschen an sich beziehen, egal welche Altersklasse! Wenn man sie in der Kindheit schon hatte und diese Geborgenheit und ein Sicherheitsgefühl gaben, werden sie dies auch im Erwachsenenalter machen. Einen schönen Montag noch

  • Alex

    Hey Tanja, ja Rituale sind wirklich schön und auch wichtig. Am meisten liebe ich es, wenn wir als Familie gemeinsam zu Abend essen. Die Hauptmahlzeit habe ich auf den Abend verlegt, da Micha zu dieser Zeit erst Zuhause ist. Es wird erzählt, geneckt und es ist einfach herrlich. Seit neuestem haben wir noch die Freundin von unserem Ältesten mit am Tisch sitzen. Gerade wenn man fast allein aufgewachsen ist, liebe ich es um so mehr eine große Familie um mich zu haben. LG Alex

    • Tanja Gammer

      Hei Alex, du sagst es. Diese Momente sind immer unglaublich schön und schweißt eine Familie auch zusammen. Für Kinder finde ich es auch sehr wichtig, dann können sie mal alles vom Tag erzählen und zur Ruhe kommen. Leider macht das heutzutage kaum noch jemand :(

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