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Life

Gedanken und Gefühle in dieser von Corona bestimmten Zeit

Es ist Sonntag der 22.03.2020, Vormittag, ich sitze an meinem Laptop und überlege schon die ganze Zeit hin und her ob ich diese Zeilen nun schreiben soll oder nicht. Es ist momentan für uns alle eine Zeit angebrochen, die wir uns so nie vorstellen hätten können.

Täglich erreichen uns schreckliche Nachrichten im Zusammenhang mit dem Corona Virus. Länder riegeln sich ab, Bezirke und Gemeinden stellen sich in Quarantäne und das „normale“ Leben wie wir es kennen, gibt es nicht mehr. Geschäfte haben geschlossen, Betriebe zugesperrt und der Tourismus ist komplett zum Erliegen gekommen.

In dieser Zeit schreiben natürlich auch viele Blogger ihre Gedanken dazu auf. Ideen was man machen kann zuhause, wie man die Kinder bei Laune hält und wie man damit umgeht, keine sozialen Kontakte mehr pflegen zu können/sollen!

Die Welt steht dank des Corona Virus auf dem Kopf

Ich will euch hier auf keinen Fall irgendwelche Zahlen, Fakten oder Maßnahmen auflisten. Dieser Beitrag soll eigentlich mir helfen, auch mit den damit verbundenen Gefühlen und Gedanken klar zu kommen. Es sich sozusagen von der Seele schreiben. Ich bin keine Virulogin oder Wissenschaftlerin, Expertin oder dergleichen, daher steht es mir auch nicht zu, Tipps oder Wissen das nicht fundiert ist, weiter zu geben.

Doch momentan sitzen wir alle im gleichen Boot. Ein Boot das zu kentern scheint und wer hat bitte nicht Angst vor dem Ertrinken!

Corona, mein Unwort des Jahres oder besser gesagt, Jahrzehnts. Es begann weit weg von uns, doch schnell hat es alle eingeholt. Niemand hat damit gerechnet und umso härter trifft es uns alle. Wir sollen nicht in Panik verfallen, doch das ist angesichts dieser immer weiter steigenden Anzahl an Infizierten und vor allem Toten (Mein aufrichtiges Beileid an alle die betroffen sind) manchmal sehr schwierig.

Schlafende Frau auf Sofa
Bildquelle www.pixabay.com

Kaum ein anderes Thema Zuhause

Wir in Österreich haben sehr schnell reagiert, das Lob gebührt unserer Regierung und dafür bin ich ehrlich gesagt dankbar. Wir haben zwar auch steigende Zahlen, jedoch bei weitem nicht so drastisch wie in anderen Ländern. Das öffentliche Leben wurde auf ein Minimun heruntergefahren. Nur mehr die wichtigsten Geschäfte für die Grundbedürfnisse (Post, Apotheke, Lebensmittel- und Tiernahrungshandel, Banken, Trafiken und Tankstellen) haben geöffnet. Unsere Bewegungsfreiheit wurde eingeschränkt und wir sollen soziale Kontakt meiden. Flüge sind gestrichen, Bahnen und öffentliche Verkehrsmittel fahren vermindert, also bei weitem weniger als sonst. Die meisten Firmen melden nun Kurzarbeit an oder haben Home-Office. Es gibt nur mehr 3 Gründe um vor die Tür zu gehen. Schulen haben geschlossen und das alles bis 13.04.2020.

Liest sich wie aus einem schlechten Weltuntergangsfilm, und genauso komme ich mir momentan vor. Wie in einem schlechten Film!

Nie hätte ich gedacht oder es nur in Erwägung gezogen, dass wir einmal in so einer Situation sein werden, und das alles nur wegen eines Virus namens Corona.

Meine Gefühle und Gedanken

Momentan muss ich noch in die Arbeit fahren. Ich arbeite zwar in einem Büro, jedoch gehören meine Mitarbeiter auch versorgt (arbeite als Personalbereitstellerin) und haben Fragen, Ängste und Sorgen. Tja, mal schauen aber wie es aussieht steht Kurzarbeit an.

Die ersten paar Tage schon hatte ich ein mulmiges Gefühl mit den öffentlichen Verkehrsmittel zu fahren. Jeder, das konnte man ihnen ansehen. Immer brav die Hände waschen, vor und nach allem. So habe ich es mir und meiner Tochter gleich eingetrichtert. Mittlerweile fahre ich mit dem Auto in die Arbeit, das Risiko ist mir einfach zu hoch.

Meine Tochter, sie ist Lehrling, ist zum Glück bis Anfang April freigestellt, was eine Sorge weniger ist für mich. Mein Freund arbeitet in einer Metallfirma und wird sicher bald in Kurzarbeit gehen.

Die Straßen sind fast leer und es ist komisch wenn die Geschäfte geschlossen haben und vor den Türen überall das selbe steht. Man soll die sozialen Kontakte meiden, besonders zu älteren Menschen. Ich hätte nie gedacht, dass ich gerade das jetzt so schmerzlich vermisse. Die Gedanken kreisen jeden Tag um den Virus. Geht es meinen Freunden und Verwandten gut? Brauchen sie Hilfe? Hoffentlich bleiben sie auch gesund!

Ich verfalle zwar nicht in Panik, aber es ist ein sehr beklemmendes Gefühl. Gemischt mit etwas Angst. Angst was noch kommen mag. Angst ob wir das Schlimmste verhindern können durch die Maßnahmen. Angst jemanden aus meinem Umfeld am Corona Virus zu verlieren. Es nimmt einen total ein und man kann diese Gedanken und Gefühle kaum abstellen. Auch weil man immer damit konfrontiert wird. Egal ob in den Nachrichten, Radio, sozialen Medien oder auf der Straße.

In so einer Zeit, bin ich, und das muss ich ganz ehrlich sagen, froh, nicht alleine zu sein. Einen starken Partner an meiner Seite zu haben mit dem ich mich auch austauschen kann und das beruhigt mich wiederum. Sollte es je dazu kommen, dass wir zuhause in Quarantäne müssten, wären er und meine Tochter mein Anker. Wobei ich wirklich hoffe, dass das nie eintreten wird!

Seitdem alles so ausgebrochen ist, telefoniere und schreibe ich bei weitem mehr mit den Menschen die mir wichtig sind. Ich frage wie es ihnen geht, sind alle gesund und alleine das reden miteinander hilft uns gegenseitig. Das merkt und spürt man.

Leider gibt es auch noch ein paar Dummdöseln, die die ganze Tragweite und den Ernst der Lage nicht begriffen haben oder begreifen wollen. Über diese ärgere ich mich immer enorm und könnte ausrasten. Es ist doch bitte nicht zuviel verlangt einmal sein Leben etwas zurück zu schrauben, um das der Anderen nicht zu gefährden. Es ist ein Irrglaube wenn man denkt nur alte Menschen erwischt es. Kinder, Jugendliche und Jüngere sind genauso betroffen. Gerade wenn man ein schwaches Immunsystem hat oder Vorerkrankungen hat, trifft es einen genauso. Und dann diese „Hamstereinkäufe“. Was soll das. Niemand braucht Angst zu haben etwas nicht zu bekommen, alles wird nachgeliefert. Doch mit diesen Panikkäufen kauft man Anderen alles weg. Klar das es dann Engpässe gibt, da es über den normalen Verbrauch weit hinaus geht. Das ist etwas, das ich absolut nicht begreifen kann und werde. Das „Witzige“ daran ist ja auch noch, hier treffen sich wieder Menschenmassen dicht an dicht, was ja vermieden werden soll!

Also bitte bleibt alle Zuhause #stayhome ihr rettet damit Leben, nicht nur euer eigenes.

Wie wird es danach? Diese Frage stelle ich mir öfter. Wirtschaftlich und auch menschlich. Aber eigentlich will ich daran noch gar nicht denken, denn zuviel Belastung ist für niemanden gut. Was jedoch schon so gut wie fix ist, nichts wird mehr so sein wie vorher.

Das Jahr 2020 ist für alle Menschen auf der Welt ein trauriges Jahr mit viel Leid und Entbehrungen

Und genau jetzt ist es an der Zeit, dass wir zusammenhalten und helfen wo wir können. Nur gemeinsam schaffen wir alle das! Lasst uns dem doofen Corona Virus zeigen das wir uns nicht unterkriegen lassen und ihn besiegen werden. Zeigen wir wieder unsere Menschlichkeit, setzen wir unseren Verstand ein und gehen am Ende mit einem weinenden aber auch lachenden Auge aus dieser Krise hervor. Wir dürfen weder die Hoffnung noch den Mut verlieren.

Bleibt alle gesund und passt gut auf euch und eure Liebsten auf

Leseratte, Hobbyfotografin, Globetrotter und Hobbyköchin aus Leidenschaft. Immer auf der Suche nach Neuem und Interessanten. Kreativität, Begeisterung, Liebe und meine Familie machen mein Leben so bunt. Ab und zu bin ich etwas verrückt also nicht wundern!

12 Comments

  • Christine

    Liebe Tanja,

    auch ich habe überlegt, ob ich das Thema „Corona“ auf meinem Blog thematisiere, da es glaube ich hilfreich ist, einfach mal seine Gedanken aufzuschreiben. Ich kann dich da gut verstehen. Bisher habe ich es aber noch nicht getan und weiß auch nicht, ob ich es noch mache. Ich beobachte die Lage und harre der Dinge, da da kommen.

    Bleib weiter gesund und munter!

    Liebe Grüße
    Christine

    • Tanja Gammer

      Ja es ist nicht einfach und ich habe auch lange überlegt aber es hat mir etwas geholfen darüber zu schreiben und einfach die Gedanken etwas zu sortieren. Bleib auch gesund Christine

  • Silvia

    Es ist wirklich verdammt schwer und ich versuche so gut es geht bei guter Laune zu bleiben. Es fällt mir verdammt schwer! Seit November 2018 bin ich nun alleine und das ist nicht einfach in dieser Zeit. Mit meiner Tochter und Familie halte ich per Video Chat und Telefonie Kontakt und das brauche ich derzeit auch unbedingt. Ich will mich nicht beklagen und es geht mir soweit auch gut aber manchmal ist es auch gut wenn man etwas rauslässt und ausspricht. Liebe Tanja, ich freue mich immer sehr wenn ich deine Kommentare bei mir lese. Natürlich auch die der anderen. Aber du warst ja lange Zeit weg und nun bist du wieder da: Ich freue mich!
    Ganz liebe Grüße und pass auf dich auf!

    • Tanja Gammer

      Ja es ist wirklich schwierig und auch noch nie dagewesen Silvia aber wir schaffen das. Wichtig ist jetzt das alle zusammen gesund bleiben und danach wird die Freude umso größer, wenn man sich sieht.
      War etwas länger weg, stimmt, aber langsam finde ich wieder in meinen Rhythmus
      Bleib gesund und wir lesen uns

  • Sabienes

    Mir geht es ganz ähnlich wie dir, liebe Tanja. Und ich versuche, mich sehr zusammenzureißen – für mich und für die Menschen, die mir wichtig sind. Und für die Menschen, die mir einfach so über den Weg laufen. Auch, wenn ich sie nicht kenne, können die vielleicht auch gerade ein Lächeln brauchen. So wie ich manchmal.
    Bleib gesund!

    LG
    Sabiene

  • Tati

    Krass, was auf unserer Welt abgeht. Ich fühle mich immer noch wie in einem schlechten Traum, aus dem ich einfach nicht aufwachen kann. Ich teile – wie du weißt – deine Gefühle und Ängste absolut. Ich hoffe für uns alle, dass wir gut aus dieser ernsten Lage herauskommen.

    Alles Liebe und Gute für euch, passt auf euch auf. Herzliche Grüße vom Niederrhein – Tati

  • Häsin

    Oh ja, das ist alles ein wenig surreal. Als das Virus in China bereits brodelte und in Europa noch gar nicht dran zu denken war, waren wir bis MItte Februar auf unserer 3-wöchigen Asienrundreise. Da war das Thema für uns schon gefühlt sehr „nah“, aber irgendwie wägten wir uns in Sicherheit.
    Ich mache 3 Kreuze, wenn all meine Lieben diese Krise gut überstehen.

    Ich finde es übrigens gut, wenn Bloggerinnen wie Du über ihre zerrissenen Gefühle dazu schreiben und all die Trivialthemen mal hinten anstehen. Da sieht man mal, was wirklich zählt – Gesundheit!

    Bleib gesund!
    Liebe Grüße

    • Tanja Gammer

      Ganz genau, du sagst es, Gesundheit ist so wichtig und kann man sich auch nicht mit Geld kaufen. Doch oft muss eben etwas passieren damit man sich wieder darauf besinnt.
      Ich wünsche dir und deinen a liebsten Gesundheit und das wir das alle bald überstanden haben

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