Selenacup Menstruationstasse
Life

Meine erste Erfahrung mit der Menstruationstasse

Für viele ein Tabuthema, doch für mich gehört es einfach zum Alltag dazu. Als Frau hat man (bis auf Ausnahmefälle) einmal im Monat „roten Besuch“. Nervig, mehr fällt mir dazu eigentlich kaum ein. Manchmal kommt sie durch Stress oder Krankheiten früher oder später, manchmal bleibt sie aus und meistens kommt sie dann, wenn man sie nicht braucht.

Wer also mit dem Thema nichts anfangen kann, oder sagt, das ist mir zuviel oder zu persönlich, einfach weg klicken. Ich verstehe es, dass viele noch immer nicht darüber reden wollen und es vielleicht sogar peinlich finden.

Da ich es nicht als solches empfinde, möchte ich euch meine erste Erfahrung mit einer Menstruationstasse mitteilen. Vielleicht ist ja jemand genauso neugierig wie ich, hat die selben Probleme damit wie ich oder Vorschläge wie man was besser machen könnte.

Gekauft habe ich sie eigentlich schon vor mehreren Monaten, doch irgendwie fehlte mir die Zeit und Lust sie endlich auszuprobieren. Doch der Urlaub rückt immer näher und bei jedem Toilettenbesuch sehe ich sie da so einsam stehen. Also habe ich mich endlich dazu überrungen sie zu probieren.

(unbezahlte Werbung da Markennennung)

Selenacup – Menstruationstasse

Nachdem es ein paar Anbieter am Markt gibt, habe ich mich für die Selenacup entschieden. Um € 19,90 im Mittelfeld und in den Größen S, M, L erhältlich. Zudem ist sie aus Österreich und hergestellt aus hochwertig medizinischen Silikon ohne Chemikalien und Weichmacher, ohne Latex, Proteine, Phthalate, Alkylphenol, PVC, BPA, ist hypoallergen und parfümfrei. Was will man mehr. Genommen habe ich die Größe M.

Ausgepackt ist auf der Verpackung eine Anleitung und Tipp sowie ein kleines süßes Säckchen zur Aufbewahrung. Zuerst einmal die Anleitung lesen. Eigentlich einfach. Hände waschen, wie abgebildet einführen und im Notfall befeuchten oder Gel nutzen. Nach 6-8 Stunden ausleeren, kalt ausspülen und wieder einsetzen. Der Tipp um festzustellen ob sie richtig sitzt. An der Lasche unten versuchen zu drehen. Dies dürfte bei richtiger Anwendung nicht passieren, da die Scheidenmuskeln diese an Ort und Stelle hält.

Mehr nicht. Das war alles was darauf stand. Für mich jedoch ergaben sich nach der ersten Anwendung sofort die ersten Fragen. Zumal ich etwas „fummeln“ musste bis ich den Dreh raus hatte mit dem Einführen.

Gleich mein 1.Tipp – schneidet euch die Nägel! Ich hatte sie zwar nicht lange, aber durch das hineinschieben, greifen und wieder rausholen kommt man doch etwas an und kann sich schnell aufkratzen.

Tipp Nummer 2 – übt vielleicht vorher etwas zuhause. Dafür müsst ihr nicht einmal eure „Tage“ haben. Nur damit man das richtige Gefühl bekommt wie es am besten klappt.

Menstruationstasse

Am Bild könnt ihr sehen wie die Menstruationstasse gefaltet werden soll. Und damit kommen wir auch gleich zu meinen Tipp Nr. 3 – Haltet die Tasse eher mittig beim Biegen, nicht wie ich zur Veranschauung auf dem Bild. Ihr bekommt sie sonst nicht hinein geschoben da ihr mit den Fingern bereits ansteht ohne das die Tasse vollständig drinnen ist.

Am Anfang war das Gefühl ungewohnt. Man weiß, hier ist etwas Neues und Fremdes, weshalb ich für ca. 15 Minuten ein leichtes Ziehen verspürte. Danach legte sich im Kopf der Schalter um und zack, man fühlt gar nichts mehr. Natürlich schaut man immer wieder nach ob alles passt, nichts ausläuft und dergleichen. Zudem muss man ein Gefühl dafür bekommen wieviel hinein geht in diese Menstruationstasse. Gar nicht so einfach, dass kann ich euch sagen.

So, nun stellte sich aber die nächste Herausforderung, wie und wo spüle ich das Teil aus. Nachdem ich nachsehen wollte nach 4 Stunden, wieviel eigentlich in der Tasse ist und wie es mir beim Rausnehmen geht, hatte ich die Tasse in der einen Hand und tja, kein Waschbecken weit und breit. Bei uns auf der Toilette gibt es keines und auch in der Arbeit nicht. Nicht überall ist ein Waschbecken am WC. Soll ich jetzt wirklich mit der halb angebluteten Tasse und meinen verschmierten Fingern raus aus dem Klo und ins Badezimmer rein!!! Bäh dachte ich mir dabei nur. Was wenn mich jemand sieht, egal ob zuhause oder nicht. Zudem muss ich aufpassen das ich weder etwas auf den Boden patze noch in der Zeit vielleicht meine Unterwäsche anblute. Verzwickt, aber ich habe dann beschlossen die Tasse einfach am WC mit betätigter Spülung auszuwaschen. Unser Toilettenwasser ist ja in Trinkqualität also bitte was solls. Gedacht – Getan und es funktioniert super. Also, mein Tipp Nr. 4 an euch. Nach der ersten Nacht ist mir aufgefallen, dass die Tasse weiter nach innen gerutscht ist und es war nicht ganz so einfach die kleine Lasche am Ende zu erwischen. Nach einiger Zeit ging es dann aber und ich konnte sie rausnehmen. Also auch hier etwas tricky das Teil. Ein Problem weniger und schon tat sich das Nächste auf.

Ihr müsst wissen, meine Periode ist nicht ganz so normal. Ich habe sie zwar 6 Tage, jedoch nur an Tag 3 und 4 so richtig stark. Und wenn ich stark sage meine ich mega stark. Bauchkrämpfe und stündliches wechseln der Tampons. Es ist als ob ich abgestochen worden wäre. Jetzt war meine Neugierde groß. Wie hält sich da die Menstruationstasse? Leider ein ernüchterndes Ergebnis, zumindes für mich. Denn diese musste ich schon nach 2 Stunden ausleeren und dabei läuft es schon etwas seitlich aus. Das Problem ist vielleicht gar nicht so sehr das Blut an sich, sondern der „schleimige Dreck“ der mitkommt. Den dürfte die Tasse nicht wirklich gut abhalten können. Denn beim Toilettengang merkte ich das am Papier beim Abwischen. Hier bin ich noch besser mit Tampons drann, gerade wenn ich im Büro in der Arbeit sitze. Also habe ich an den beiden Tagen meine Tampons die ich noch habe benutzt. Die Tasse ausgespült und für die Tage danach aufgehoben.

Wer hier also einen Tipp für mich hat, was ich anders machen könnte oder allgemein falsch mache, dann lasst es mich wissen!

Neben diesen Fragen tauchten natürlich noch ein paar andere auf.

Wenn ich niese oder huste bleibt alles an Ort und Stelle? - Ja das tut es!
Wenn ich mal eine größere Sitzung habe, sollte ich ihn vorher rausnehmen? - Ja das sollte man, mache ich zumindest!
Rutscht er beim Schlafen weiter nach innen? - Ja das tut er bei mir!
Wenn ich einen Bikin oder Badeanzag anhabe, sieht man die Lasche unten wenn die Beine auseinander sind? - Nein tut man nicht!
Selenacup

Wie ihr sehen könnte, eigentlich doofe Fragen aber die stellt man sich bei so einer Tasse einfach und ich will einfach ehrlich sein mit euch. Zu 100% hat sie mich noch nicht überzeugt, zumindest für die starken Tage, aber ansonsten finde ich sie mega praktisch. Es stört nicht, sieht man von außen nicht. Es gibt keine unangenehmen Gerüche, egal ob Sommer oder Winter. Keine Scheidentrockenheit die viele durch Tampons bekommen. Kein Müll wird produziert und preislich hat man die Menstruationstasse innerhalb von 4 Monaten herinnen. Wenn man gut darauf schaut hält sie mehrere Jahre. Also eigentlich alles Vorteile die dafür sprechen. Ich werde es auf jedenfall weiter versuchen und schauen ob ich vielleicht etwas anders machen kann an meinen 2 Tagen, denn hier extra wieder Tampons dafür nehmen zu müssen ist kontraproduktiv. Falls ich eine Lösung gefunden habe oder einen Weg, dann werde ich euch bescheid geben.

Nun meine Frage an euch (falls ihr sie beantworten möchtet – müsst ihr aber nicht) – was benutzt ihr? Vielleicht auch schon eine Menstruationstasse, wenn ja wie erging es euch und vielleicht habt ihr ja noch Tipps und Tricks die ihr verraten möchtet!

Leseratte, Hobbyfotografin, Globetrotter und Hobbyköchin aus Leidenschaft. Immer auf der Suche nach Neuem und Interessanten. Kreativität, Begeisterung, Liebe und meine Familie machen mein Leben so bunt. Ab und zu bin ich etwas verrückt also nicht wundern!

13 Comments

  • miras_world_com

    Ich habe von der Menstruation Tasse vor Jahren gehört und bis jetzt nicht ausprobiert. Ich habe mir dein Bericht durchgelesen und finde super, wie genau du es beschrieben hast. Ich glaube aber nach wie vor, dass die Tasse nichts für mich wäre. Ich bleibe bei den Tampons, die habe ich schon seit Jahren im Griff 😉 Danke dir und viele liebe Grüße!

  • Martina

    Ein toller Bericht, vielen Dank.
    Nun bin ich schon in der Menopause, hätte damals aber auch gerne so eine Tasse genutzt. Nur da wusste ich noch nichts von ihrer Existenz. Wie ich heute weiß, ist das Prinzip schon sehr alt.
    LG Martina

  • Sabiene

    Ich finde das echt gut, dass du über Menstruation und über Cups sprichst. Eine jüngere Freundin hat mir vor 10 Jahre davon erzählt – allerdings zu spät für mich, denn ich war damals mit den Wechseljahren schon so ziemlich durch. Aber wenn ich jetzt noch Mitglied im Club wäre, würde ich den Cups einmal eine Chance geben. Vielleicht würde ich sie erst mal zu Hause ausprobieren. Meine Freundin nimmt übrigens immer feuchte Tücher mit.
    LG
    Sabiene

  • Romy Matthias

    Danke, dass du das Thema angeschnitten hast. Ich überlege schon eine ganze Weile, ob ich mir so ein Ding kaufe. Ich bin auch ein „Extrembluter“ und bin da eher skeptisch. LG Romy

  • RealOnMe

    Huhu :)

    Sehr spannend und wieder mal ganz genau erklärt. Schöner Beitrag. Meine Ehrfahrung hat du ja auf Youtube gesehen xD.

    Ich muss gestehen ich hab sie schon lang nicht mehr benutzt. Liegt aber eher daran an meinen Rücken.

    Vielleicht liegt es auch an der Tasse selbst mit dem „Schleim“. Ich hab sie zwar „fast normal“ hatte das problem aber auch aber erst nach 4 stunden. raus geholt sauber gemacht und wieder rein – da dürfte sie dann besser gesessen haben, weil nichts mehr daneben bin.

    Liebe Grüße,
    RealOnMe

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