Magazin Laura
Life

Mein Bericht über Mobbing in der Laura

Meine Erfahrungen mit Mobbing in der Zeitschrift Laura

Ein sehr persönliches Thema das ich euch hier schon geschieldert habe, zumindest ansatzweise – Mobbing!

Leider war auch ich Opfer in meiner Schulzeit und kann bis heute eigentlich nicht sagen – WARUM.

Doch das ist eine Frage, die ich mir eigentlich nicht mehr stelle, denn ich bin stärker, habe Freunde und liebe mein Leben.

Einige Narben sind nach wie vor vorhanden, körperlich wie auch seelisch, doch ich habe es geschafft damit umzugehen und wegzuschließen. Als ich den Bericht über Mobbing schrieb, musste ich wirklich sehr tief kramen, denn ich hatte es gut versteckt. Nicht nur das, nein es gab in der Zeit leider noch weit mehr, was mich belastet hat und eigentlich für ein Kind nicht sein dürfte. Doch das ist ein anderes Thema und hier möchte ich niemanden öffentlich ankreiden, da es sich um einen Verwandten handelt. Keine Sorge, es ist nichts sexuelles.

Es ist mir nicht leicht gefallen die Zeilen damals zu schreiben, aber es hat mir auch geholfen und ich hoffe, einigen auch. Es sich sozusagen von der Seele zu schreiben.

Danach wurden sie wieder verschlossen, weggepackt und gut versteckt. Weit hinten wo es rabenschwarz ist und niemand ran kann. Diesesmal noch ein kleines Stück weiter, vielleicht erreiche ich es dann auch nicht mehr und kann es ein für alle mal vergessen und hinter mir lassen. Doch das wird es nie sein. Immer kommt unerwartet ein Moment, der plötzlich alles wieder ein Stück hervorbringt, die Kraft zu haben, nicht daran zu zerbrechen ist die ganze Kunst. Diese habe ich bereits gemeistert, dachte ich.

Dann kam eines Tages eine E-Mail. Die Zeitschrift Laura wäre auf meinen Artikel aufmerksam geworden und würde gerne ein Interview mit mir darüber machen, falls ich zustimme. Ich war begeistert, denn nun konnte ich meine Geschichte weiter hinaus tragen als es mein Blog je schaffen würde, und ich könnte vielleicht noch mehr Menschen Mut machen. Sie sollen einfach sehen, niemand ist alleine und es geht LEIDER sehr vielen so und müssen diese schmerzliche Erfahrung machen.

So euphorisch ich auch Anfangs war, umso näher der Termin kam, desto mehr begann ich nervös zu werden. Würde ich die „Büchse der Pandora“ so ohne weiteres öffnen können? Kann ich sie danach wieder schließen? Wird es mich wieder auf einen Weg zurück werfen, indem ich mich nur selbst zerstören wollte? Es gibt wirklich sehr vieles, das ich euch noch nicht erzählt habe und mich ehrlich gesagt gar nicht traue, euch zu erzählen. Es könnte dann sein, dass ihr mich danach nicht mehr wirklich mögt und auch mit diese Augen anseht, wie es früher die Anderen taten….

Diese Gedanken und noch viele mehr, machte ich mir sehr lange. Viele Freunde haben mir zugesprochen, mir Mut gegeben, liebe Worte und Unterstützung. Ich danke euch hierfür meine Süßen ♥

Da ich aus Österreich bin und der Sitz der Zeitschrift in Hamburg, konnte ich nicht mal schnell rüberdüsen und so machten wir das Interview per Telefon. Könnte ja gut sein, denn dann wäre eine gewisse Distanz und würde mich persönlich nicht so mitnehmen.

Die Reporterin (ich weiß nicht ob ich ihren Namen sagen darf, daher lass ich es lieber), war wirklich sehr einfühlsam, geduldig und hörte gut zu! Vielen Dank nochmal dafür, denn das Thema an sich ist schon schwere Kost genug.

Nun, wie war es?! Ich wollte stark sein, dachte ich kann es, habe alles hinter mir verschlossen. Ich hatte falsch gedacht. Dämme brachen und ich knickte beim Interview ein. Es war mir in erster Linie peinlich, das ich mich nicht unter Griff hatte und ich hatte ehrlich gesagt auch Angst. Angst wieder von den Dämonen heimgesucht zu werden, sie mich in deren Fängen gefangen halten und ich wieder ein schwarzes, tiefes Loch falle. Meine schlechte Seite wieder zum Vorschein kommt und ich so werde wie früher. Emotionslos, gleichgültig und mit der „scheiß aufs Leben“ Einstellung.

Es hat sehr lange gedauert, in meinen Augen, bis ich mich wieder gefangen hatte und weitersprechen konnte. Ich bin auf und ab gelaufen um mich abzulenken. Habe alles genau erzählt, wobei ich sicher noch irgendetwas vergessen habe. Oft fällt einem danach noch etwas ein. Das Wichtigste jedoch konnte ich mitteilen und weitergeben.

Das Interview hat eine ganze Stunde gedauert. Danach musste ich mir sofort einen Energy Drink nehmen und zitterte leicht. Gut das wir das Büro schon geschlossen hatten.

Geschlagene 30 Minuten dauerten die „Nachwehen“, dann hatte ich mich so halbwegs wieder unter Kontrolle. Die Büchse geschlossen und gut verstaut. Ad acta gelegt!

Per Mail teilte sie mir mit, das wir leider doch nicht so einen großen Umfang bekommen würden, als sie erhofft hat und es zusammenfassen muss, sie schickt mir den Text vorab zur Kontrolle. Sobald ich das OK gegeben hatte, konnte er gedruckt werden. Das tat ich dann auch und sie sagte mir – KW24 würde er erscheinen.

Ich Dummerchen hatte das in den Wochen total vergessen und glatt übersehen. Da sie selbst auf einer Pressereise war, konnte sie mich nicht erinnern. Deshalb erfuhr ich es auch erst einige Tage danach. War jedoch nicht weiter tragisch, denn es war noch Zeit sich eine Zeitschrift zu besorgen. Mir sind zwar 3 Exemplare zugeschickt worden, doch ich traute dem Streik in Deutschland bei der Post nicht und auch unserer nicht. Manchmal sind Briefe 2 Wochen lang unterwegs, so lange konnte und wollte ich nicht warten.

Nachdem mein Mann sie mir gekauft hatte, ich war und bin ja noch leider etwas krank, habe ich sofort nachsehen müssen. Schade das wir zeitlich nicht mit dem Umstyling zusammenkamen, denn das wäre der Oberhammer gewesen, mit den neuen Bildern.

Dennoch bin ich absolut stolz auf mich und darauf das ich es geschafft habe. Ich habe einen Teil meiner Geschichte hinausgetragen und so vielleicht einigen Betroffenen Mut gemacht.

Es gibt hierfür auch eine Expertenseite, die sich mit Mobbing und Cybermobbing beschäftigt und unterstützt. Ich bin so frei und verlinke sie hier einfach, denn es könnte ja jemand diese gebrauchen – Dr. Catarina Katzer hat auch ihre Meinung im Artikel kundgetan und Rat gegeben.

Sollte dies hier nicht erwünscht sein, bitte einfach Bescheid sagen, ich lösche es dann wieder!

Gott, schon wieder soviel blabla, sorry. Ihr wisst, bei solchen Themen geht das Pferd mit mir durch.

So, nun aber der versprochene Artikel, ich hoffe ihr könnt alles lesen. Und ja, meine Haare waren extrem früher *gg* mittlerweile stehe ich darüber und tue es als Jugendsünde ab!

Hier könnt ihr es auch als PDF öffnen Laura Bericht Mobbing (Quelle:Laura #24/15 vom 3. Juni 2015)

Zeitung Tanja Gammer

Leseratte, Hobbyfotografin, Globetrotter und Hobbyköchin aus Leidenschaft. Immer auf der Suche nach Neuem und Interessanten. Kreativität, Begeisterung, Liebe und meine Familie machen mein Leben so bunt. Ab und zu bin ich etwas verrückt also nicht wundern!

31 Comments

  • Lifestylefabrik

    Liebe Tanja! Ich finde deinen Bericht in der Laura sehr gut!!Toll, dass es so mutige Menschen wie dich gibt und auch versuchen anderen Hoffnung zu geben! Weiter so, finde ich echt spitze!!! xox Martina

  • Lajana

    Ich bekomme Gänsehaut beim Lesen. Das ist schon krass. Ich könnte wetten, dass die Blödmänner von damals heute etwas neidisch sind auf das was du erreicht hast.

    LG

  • Meiky

    Wow! Glückwunsch! Das war wirklich mutig von dir!
    Es ist natürlich wirklich kein schönes Thema und sehr emotional, aber dass eine Zeitschrift auf dich Aufmerksam geworden ist und du jetzt da drin steckst, ist auch irgendwie cool ;) Do konntest du sicher den einen oder anderen mehr erreichen und Mut machen!

  • Ruby-Celtic

    Hey liebe Tanja,

    das ist wirklich ein großer Schritt, welchen du da gegangen bist. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht einfach ist hier die Fassung zu wahren und seine Geschichte zu erzählen. Ist alles nicht so einfach!!
    Dennoch hast du das super gemacht, deine Geschichte gibt anderen bestimmt Mut und zeigt wieder mal wie grausam die Welt doch sein kann. :(

    Liebe Grüße,
    Ruby

    • Tanja Gammer

      Danke Ruby. Oft denkt man, okay du hast es geschafft und verarbeitet, kannst abschließen. Leider verfolgt dich das dein ganzes Leben, noch dazu wenn dein eigenes Kind dann auch gemobbt wird.

      • Ruby-Celtic

        Das glaube ich dir sofort. Umso schöner ist es dennoch zu wissen, dass man nicht alleine ist. Das Freunde, sowie der eigene Mann hinter einem stehen. :o)
        Ich hoffe, dass es auch für deine Tochter noch besser wird und sie stark und selbstsicher daraus gehen kann. Mit dir als Vorbild kann es doch nur klappen!

  • Kiss & Make-up

    Hi Tanja. Respect for being so open and sharing your story for the world to see/read! That’s so brave. But I know you’ll be helping a lot of people with it. I can see why the interview drained so much energy out of you, it can’t have been easy. X

  • Sabine Topf

    Liebe Tanja,

    du bist heute wirklich sehr stark geworden. Ich kenne nicht Viele, die so offen über dieses Thema gesprochen hätten. Aber ich kenne auch Einige, die gemobbt werden und versuche, da zu helfen. Leider stößt man bei den Mobbern immer auf taube Ohren. Einzig die Gemobbten sind dafür dankbar,dass jemand zu ihnen steht. Ein echt schlimmes Thema für die Betroffenen.

    LG Sabine

  • Mimi Sunshine

    Liebe Tanja,

    Respekt, dass du über ein so persönliches Thema so offen sprechen kannst. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dir das enorm schwer fällt und dass du, jedes Mal, wenn das Thema wieder aufkommt, du wieder in diese schwierige Zeit zurück gewVorfen wirst und von der Vergangenheit eingeholt wirst. Ich denke aber auch, dass je mehr du darüber sprichst, du die Sache vielleicht auch besser verarbeitest. Du wirst diese Zeit niemals vergessen, aber sie hat dich so stark gemacht, dass dir heute niemand blöd kommen kann.

    Es macht mich wütend und gleichzeitig traurig solche Geschichten zu lesen bzw. zu hören. Wie kann es sein, dass ein Kind in diesem Alter schon diesen Qualen ausgesetzt wird. Respekt, dass du heute so darüber sprechen kannst und hoffentlich viele Betroffene ermutigen kannst sich zu wehren.

    Ich wünsche dir für die Zukunft auf jeden Fall eine harmonische Zeit, niemand soll sich das Recht rausnehmen, dich in irgendeiner Art zu drangsalieren.

    Liebe Grüße

    Mimi

    • Tanja Gammer

      Danke Mimi, es wird immer besser, von Jahr zu Jahr. Es sollte wirklich einmal Schluss sein und die Menschen aufwachen. Sie zerstören ihr eigenes Leben und manchmal das der Opfer. Das kann doch keine Basis fürs Leben sein.

  • Nadine

    Liebe Tanja,

    auch von mir großes Lob und tiefster Respekt, dass Du Dich über dieses schlimme Problem öffentlich äußerst. Kein Mensch, und vor allem erst recht kein Kind sollte jemals einem Mobbing ausgesetzt sein. Leider ist es sowohl in Schulen als auch in vielen beruflichen Situationen sehr weit verbreitet. Wissen diejenigen, die dies anderen antun, überhaupt, was sie damit anrichten? Es ist jedenfalls eine der schlimmsten Charakterlosigkeiten, die es gibt.
    Sehr gut kann ich mir vorstellen, dass es Dich wieder sehr aufgewühlt hat, als Du wegen des Artikels wieder damit konfrontiert wurdest. Es gibt Wunden, die verheilen niemals ganz.

    Alles Liebe
    Nadine

    http://nadinecd.blogspot.co.at/

    • Tanja Gammer

      Danke Nadine für deine mitfühlenden Worte. Ja man kann es verdrängen aber vergessen – NIE. Man lernt damit umzugehen und die Situationen werden immer weniger, indem es wieder „hochkommt“. lg

  • Leane

    Hallo Tanja
    Mein Respekt , dafür das es öffentlich gemacht hast und anderen hast du auf alle Fälle Mut gemacht
    Du kannst absolut stolz auf dich sein und dein neues Umstyling , ich sag nur Wow
    Gglg Leane

  • Hans

    Hallo Tanja,
    ja es ist ein sehr emotionaler Prozess, den man da durchläuft. Und das kann nur jemand erzählen, der es erlitten hat. Ich bin überzeugt, dass sich Menschen ermutigen lassen.
    LG Hans

  • Annie

    Liebe Tanja
    großes Lob für deinen Mut so öffentlich auf das Thema zu sprechen! Mich hat Mobbing während der Schulzeit auch begleitet. Ich war immer ein sehr schüchternes Mädchen, das nie mit der großen Masse mithalten konnte, also einfach uncool war. So genau kann ich dir gar nicht mehr sagen, was die alles mit mir gemacht haben. Es war eher Psychoterror als sichtbare Gewalt. Am Ende hat mich jedes noch so kleine Wort getroffen, selbst wenn es nett gemeint war. Nachdem ich in der 10. Klasse zusammengebrochen bin, darüber nachdachte mir das Leben zu nehmen, habe ich die Schule gewechselt. Auch dort kam ich nur sehr schwer in die Klassengemeinschaft, denn ich hatte über all die Jahre einfach nie gelernt „normal“ zu agieren. Ich klammerte mich regelrecht an die Netten, was sie wiederum verscheuchte. Nach und nach wurden zumindest die körperlichen Symptome besser. Ab der Oberstufe waren wir dann in fast jedem Fach mit neuen Menschen zusammen. Das hat mir enorm geholfen. Ich habe nur mit denjenigen gesprochen, die ich nett und sympathisch fand. Der Rest war mir egal.
    Das ganze Thema kam nochmal in meiner Ausbildung auf und war u.a. mitverantwortlich für meine erste bewusste depressive Phase im Erwachsenenalter. Ich muss immer wieder aufpassen, dass ich mich im Sozialkontakt nicht ausklammere oder zu eng werde.
    Annie

  • Hans

    Hallo Tanja,
    sehr bewegend und ich finde es „mutig“ im Sinne von selbstbewusst, darüber zu erzählen und auch andere betroffene zu ermutigen, sich zu wehren und dem anderen zu signalisieren: hey, du pass auf, ich lasse mir das nicht gefallen“. Dazu kann ich nur herzlich gratulieren. Da kannst du wirklich auch stolz sein.
    Lieben Gruß Hans

    • Tanja Gammer

      Danke Hans, es war aich mit sehr vielen Emotionen verbunden. Wenn ich nur Einen damit Mut machen konnte oder Trost spenden, hat es sich 1000fach gelohnt darüber öffentlich zu sprechen. LG

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