Negombo, alles dreht sich um den Fisch!

Shrimpkutter Hafen Negombo Sri Lanka

Erfahrungsbericht – Negombo Sri Lanka

Heute möchte ich euch mitnehmen nach Negombo. Klar das wir nicht nur in der Clubanlage versauern wollten und einige Ausflüge gemacht haben. Wer weiß, wann wir wieder hinkommen.

Hier hat sich für uns Rohan als Reiseguide angeboten und auch am meisten zugesagt. Es gibt auch noch Harald, welcher um Kunden wirbt, doch fanden wir Rohan und seine Leute einfach freundlicher und einen sehr guten Preis hat er uns auch gemacht!

Zu vergleichen mit den typischen Kaffeefahrten, war uns klar, aber es wurde dann doch anders und individueller auf unsere Reisegruppe zugeschnitten. Das hat uns sehr gefallen, weshalb ich ihn auch weiterempfehlen kann.

Negombo ist die 5. größte Stadt auf Sri Lanka und lebt großteils vom Fischfang! Rund 150.000 Menschen leben und arbeiten dort.

Ich möchte euch zeigen und schreiben, was wir erlebt haben. Die Eindrücke – wow – sagenhaft, eine total fremde Welt und sicher für so manche unverständlich. Nicht vergessen – andere Länder, andere Sitten!!!

So, kommen wir nun zum Anfang. Wir sind natürlich nicht ganz 0815 nach Negombo gefahren, nene, wir bekamen ein Tuk-Tuk, welches uns zum Bahnhof Waikkal gefahren hat ( ca. 5 Minuten vom Hotel entfernt) um dort mit dem „Zug“ nach Negombo zu düsen (ca. 30 Minuten)

Ich schwöre, jeder der in Sri Lanka Urlaub macht, muss mal damit gefahren sein, ansonsten hat er nicht das Recht zu sagen – ich war in Sri Lanka *gg*

CHAOS und ANGST, diese zwei Wörter fallen mir bei dem Wort Tuk-Tuk sofort ein.

Der Verkehr ist links fahrend und das Lenkrad rechts. Schon ungewöhnlich und doof, wenn man aus einer Ausfahrt nach rechts abbiegen will ,hat man den Gegenverkehr von rechts und muss über die ganze Fahrbahn fahren o.O

Tuk Tuk Sri Lanka

Da ich nicht selbst gefahren bin, war es mir egal. Sie werden schon wissen, was sie tun, machen es ja täglich.

Der kurze Weg zum Bahnhof war das reinste Abenteuer! Mir scheint, Tuk-Tuk leitet sich von der Hupe ab, das hört sich genauso an. und ist ständig im Einsatz. Fährt man auf eine Kurve zu – hupen, kommt Gegenverkehr – hupen, will man überholen (die Teile sind megaschnell) – hupen. Man gewöhnt sich mit der Zeit aber daran. So sind wir nun Richtung Bahnhof wo wir leicht schweißgebadet angekommen sind. Die längsten 5 Minuten in meinen Leben.

Der Bahnhof war wirklich toll, vergleichbar mit unseren ländlichen, unwichtigen Stationen die gerade mal eine kleine Hütte für die Tickets hat und zwei Sitzmöglichkeiten. Okay, Waikkal ist ja auch eine ländliche Station, also lasse ich das mal durchgehen. Achtung: am Bahnhof ist Rauchverbot!

Bahnhofschild Waikkal

Bahnhofschild Waikkal

Einige Einheimische haben ebenfalls auf den Zug gewartet und sich in den kleinen Bereich, welcher schattig war, zusammengesetzt. Neben den Gleisen wachsen so mir nichts dir nichts alle möglichen Früchte, Bananen, Mangos,…. herrlich! Es gibt nur eine Schiene und deshalb fahren die Züge die kommen in beide Richtungen, also aufpassen, in den Richtigen einsteigen (nach rechts fahrend)

Bahnhof Waikkal

Spannend als der Zug nun kam Richtung Negombo! OMG dachte ich, was ist das????!!! Das dürfte bei uns nicht mal mehr am Abstellgleis stehen. Aber das Land selbst ist nicht sehr reich und momentan wird an allen Ecken und Enden gebaut und Schäden beseitigt. Da steht der Zug eher an hinterster Stelle. Im Norden soll es ja eine der schönsten Zugstrecken der Welt geben. IC Züge sind auch schon vorhanden, aber bitte nicht mit unseren vergleichen. Es ist noch nicht lange aus, und sie fuhren noch mit den alten Waggons der Engländer aus der Kolonialzeit. Diese stehen neben den Gleisen als Denkmal nahe Negombo. Sehr schön und genau wie man sie aus dem TV kennt.

Zug Waikkal Sri Lanka

Im Zug selbst die nächste Überraschung. Ein Einheimischer spielte mit der Trommel und sang ein Lied, andere gingen mit Obst und Getränken durch die Abteile um etwas Geld zu verdienen. Es gab keine Türen im Zug, so konnte man schön hinaus blicken und die Umgebung gut wahrnehmen. Doch aufpassen, der Zug hüpft so extrem, das man denkt – so, jetzt springt er gleich aus den Schienen! Sehr gewöhnungsbedürftig und komisch. Als ob er kaputte Stoßdämpfer hat. Ein Abenteuer nach dem Anderen. Reist unbedingt mit Tuk-Tuks und dem Zug wenn ihr könnt.

Zugpassagiere Sri Lanka

Angekommen in Negombo überraschte uns der Bahnhof. Es gab zwar nur eine Öffnung durch die sich die Fahrgäste raus und rein quetschen konnten, aber er war gemauert und hatte eine kleine Halle!

Bahnhof Negombo

Und wieder sofort – Gehupe. Der Verkehr scheint so unstrukturiert und chaotisch, Wahnsinn! Die Stadt selbst belebt und eine Mischung von arm und reich. Auch bei den Geschäften merkte man den Unterschied. Klimatisiert und mit Bewachung am Eingang, könnt ihr euch sicher sein, sind die Preise gleich wie bei uns zuhause. Überall die kleinen Stände und Geschäfte in Häuser eingebettet. Manche sehen einladend aus, andere wieder nicht!

Stadt Negombo

In Negombo warteten schon unsere Tuk-Tuks auf uns und brachten uns quer durch die Stadt zum Hafen.

Der, sowie der Fischmarkt, sind die Highlights in Negombo, neben den vielen Kirchen und Tempeln. Das muss man gesehen haben, und gerochen.

Hier im Hafen befinden sich rund 3000 Boote. Zwar nicht alle zur gleichen Zeit, aber die „wenigen“ die man sehen konnte, waren schon viele.

Hochseeboote Negombo

Hochseeboote Negombo

Alle bunt bemalt und manche hatten schon ihre besten Zeiten hinter sich. Von der Brücke aus sieht man schön den Hafen entlang und auch die Menge an Booten.  Die Hochseefischer sind für den Fang von großen Fischen und Thunfisch zuständig, fangen aber ab und zu auch Haie und Rochen. Fahren sie raus bleiben sie 3 Monate auf hoher See und kommen dann mit ihrer „Beute“ zurück.

Hingegen die Shrimpkutter täglich fahren und heimkehren. Verwundert war ich, als man uns sagte, dass sie Vormittags aufs Meer fahren um zu fangen. Ich dachte immer, sie würden noch vor Morgendämmerung loslegen. So kann man sich täuschen.

Shrimpkutter Negombo

Shrimpkutter Negombo

Danach ging es weiter zum Meer und den Fischmarkt. Das ist nichts für schwache Mägen. Ein Duft – puh, sehr grenzwertig. Überall die Krähen und Hunde. Viele fleißige Menschen die alles unter das Volk bringen wollen und emsig arbeiten. Eine komplett andere „Arbeitswelt“ hat sich vor uns aufgetan.

Es ist schon ein Schauspiel und sehr interessant zuzusehen. Alles geht Hand in Hand, jeder weiß um seine Aufgabe und erledigt sie mit einer Geschwindigkeit, sehr beeindruckend. Ratz Fatz geht da alles. Für das Ausnehmen der Fische sind die Frauen zuständig, geht es an das Grobe, dann kommen die Männer zum Einsatz.

Jetzt zeige ich euch mal die Trockenfische die überall aufliegen. Einfach so am Strand entlang, unter den Krähen und neben den vielen Hunden, ohne das sie ihn anrühren.

Auf den beiden linken Bildern könnt ihr Makrelen sehen, ja echt das sind Makrelen, die sind dort echt groß. Nicht wie bei uns im Supermarkt *gg* Diese werden getrocknet an der Luft. Sie werden gefangen, einen Tag lange in Salz eingelegt, und danach 2 Wochen lang getrocknet. In diesen 2 Wochen werden sie pro Tag einmal per Hand von den Frauen gewendet, und zwar jeder einzelne Fisch!!!! Rechts seht ihr auch noch kleine Clamari, diese werden ebenfalls einen Tag gesalzen, jedoch nur 2 Tage getrocknet. Und jetzt kommt es, alle 2 Stunden müssen sie gewendet werden. Wieder von den Frauen und per Hand. Was für eine Arbeit, und das unter der brütenden Hitze den ganzen Tag lang. Unvorstellbar!!! Über Nacht lassen sie alles liegen, niemand stiehlt hier etwas (würde bei uns nicht funktionieren).

Alle großen Fische & Co werden also 2 Wochen lang getrocknet, die Kleineren nur 2 Tage :-) Und da sie gesalzen werden, sind sie auch nicht genießbar für die Vögel und Hunde.

Sardinen Negombo

Sardinen Negombo

Daneben befindet sich der Fischmarkt. Etwas verdutzt war ich, dass man hier keinen unangenehmen Duft wahrnehmen konnte. Es „fischelte“ absolut nicht. Einige Reisebgleiter rümpften zwar die Nase, die mochten Fisch & Co aber allgemein nicht.

Von 06:00 bis 10:00 Uhr spielt es sich hier am meisten ab, und man kann schon den ein oder anderen besonderen Fang bewundern. Der Markt ist hierfür in zwei Teile aufgeteilt. Große und seltene Fische neben den „Normalen“ Fang. Außer Sonntags, findet er jeden Tag statt.

Leider war es an diesen Tag mehr als nur heiß – an die 45 Grad erreichten wir, was dazu führte, das meine Kamera ständig überhitzte, deshalb gibt es nicht sehr viele Fotos davon. Ägerlich…..

Oben am Bild seht ihr die Meereskrabben, die sind weiß und klein – kosten auch nicht viel! Kostspieliger wird es da schon bei den Flusskrebbsen, die sind grünlich, größer und haben mehr Fleisch.

Von Meeresfrüchten bis zu Thunfischen haben wir fast alles gesehen. Wir waren jedoch gegen Mittag dort, da war der ganze Rummel schon fast wieder vorbei. Wenn ihr also dort seit, schaut das ihr es zur frühen Stunde schafft, dann könnt ihr den Leuten beim Feilschen und Handeln zusehen. Soll ein richtiges Tohuwabohu sein.

Wenn man den Markt hinter sich lässt und wieder auf der Straße ist, reihen sich nun die ganzen Obst- und Gemüsestände. Greift zu, hier könnt ihr wirklich bedenkenlos einkaufen. Sie schneiden alles frisch und mundgerecht zu. Die Preise sind sehr niedrig und man kann hier und da sogar handeln!

Jackfrucht und Gemüse

Jackfrucht und Gemüse

Meine Tochter hat dort ihre Vorliebe für die Jackfrucht entdeckt. Achtung: es gibt hier zwei verschiedene Früchte die sich ähnlich sehen aber die Durian ist eine richtige Stinkerin, soll aber lecker schmecken. Wir haben keine gesehen, weshalb ich das leider nicht bestätigen kann. Ihr bekommt von Zwiebeln, Kartoffeln bis hin zu Kraut, Äpfel, Bananen und Ananas alles frisch verkauft.

Äpfel zB. sind etwas teurer, da sie von Indien importiert werden müssen, sehen aber total anders aus, wie bei uns. Größe und Farbe sind entweder intensiver oder/und der Apfel größer.

In Negombo gibt es neben der Hauptstraße viele Hotels und Restaurants in denen man gut absteigen kann. Zuviel Luxus darf man sich jedoch nicht erwarten! Hier gibt es auch ein Nachtleben und kann etwas abtanzen.

Zurück ging es dann wieder mit den Tuk Tuk. Doch nicht bis zum Hotel oder Bahnhof. Wir haben die letzten Kilometer mit den Boot auf den Zimtkanal ( Dutch Kanal) zurück gelegt. Dieser 100 Kilometer lange Kanal wurde früher von den Holländern zur Beförderung der Gewürze angelegt. Er ersteckt sich von Colombo bis Puttalam!

Umzäunt von Mangroven und anderen Gewächs, tuckerten wir seelenruhig darauf und konnten die Umgebung genießen. Ab und zu kam es mir fast wie zuhause vor. Die Mündung zum Meer konnten wir auch begutachten und dort waren Fischer gerade am Werk. Entlang des Dutch Kanals haben sich ein paar Leute angesiedelt und Anlegestellen gebaut. Unser Hotel hatte auch einen. Dort sind wir dann ausgestiegen und haben noch über den tollen Ausflug diskutiert. Losgefahren sind wir um 10 Uhr und gegen 14:30 Uhr waren wir wieder im Hotel!

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade – Märkte aus aller Welt! von der lieben Gudrun von Reisebloggerin.at teil!

Ein toller Ausflug mit vielen neuen Eindrücken, ganz ohne Stress und Gehetze!

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Tanja Gammer

Leseratte, Hobbyfotografin, Globetrotter und Hobbyköchin aus Leidenschaft. Immer auf der Suche nach Neuem und Interessanten. Kreativität, Begeisterung, Liebe und meine Familie machen mein Leben so bunt. Ab und zu bin ich etwas verrückt also nicht wundern!

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10 Discussion to this post

  1. Anonymous sagt:

    Hi Tanja, vielen Dank dass Du mit diesem Beitrag bei der Blogparade mitgemacht hast!

  2. Kerstin sagt:

    Hallo Tanja,
    so, jetzt hab ich alle deine Sri Lanka Berichte gelesen… fast besser wie jeder Reiseführer :-)
    Ich wird mir Rohan mal für uns merken und schon jetzt einen Halbtagesausflug nach Negombo einplanen !!!
    Freu mich schon das wir das alles bald selber sehen, riechen und spüren können :-)
    Lg Kerstin

    • Hallo Kerstin, es freut mich, das sie dir gefallen haben. Falls du es siehst und vielleicht nicht vergisst. Es gibt einen jüngeren, glatzköpfigen Animateur im Hotel, sieht gar nicht so schlecht aus. Der müsste blau/weiße Turnschuhe anhaben, könntest du ihm einen schönen Gruß ausrichten von uns: Sag ihm einfach, von der Familie von denen er die Schuhe hat, die er anhat ;-) Aber nur wenn du es nicht vergisst. Der Chef der Animateure wird dir sicher auch in Erinnerung bleiben wie mir, er sagt immer Sabotage *gg* Ach ich bin fast etwas neidisch, das ihr dorthin fliegt. Du musst mir danach alles erzählen. Schönen Donnerstag noch

  3. Justi sagt:

    Haha, ja Durian – da war es sicher auch verboten, diesen in das Hotel mitzunehmen. Ich mag mich selbst an die Verbotstafeln in Asien erinnern.

    Habe zum Thema Fischfang letzten noch einen traurigen Artikel gelesen – aber vielleicht interessiert dich dieser ja auch:
    http://www.boell.de/de/2015/04/07/wir-sind-hier-weil-ihr-unsere-laender-zerstoert

    Liebgrüss
    Justi

    • Oh ja, da ist was Wahres drann. Wobei die Fische vom Hafen zu 80% für den heimischen Gebrauch sind und nicht exportiert werden ;-) Leider haben wir nirgends eine Durian bekommen. LG

  4. Thomas sagt:

    Hallo Tanja,
    eine Fahrt mit dem Tuk Tuk gehört einfach zu so einem Urlaub mit dazu und ist ein Erlebnis. Über den Fischmarkt wäre ich auch gerne geschlendert und Bilder gemacht. Schade dass du die Durian nicht probiert hast. Sie stinkt von außen aber ads Innere mag ich sehr (wobei da die Ansichten auseinander gehen).
    Lg Thomas

  5. Wow, das klingt nach einem echt spannenden Urlaub :) ich liebe es auch, neues zu entdecken und außergewöhnliche Orte zu sehen… auch wenn manches was du so beschreibst zu spannend klingt :P

    Liebe Grüße,
    Annika

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