(Gastbeitrag) Schüleraustausch in England

College England

Tatjana erzählt uns heute von ihrem Schüleraustausch in England und wie es so abgelaufen ist. Sehr spannend, da ich nicht viel kenne, die das gemacht haben. Ihren Blog findet ihr unter Mein Triathlon.

Ich wüsste nicht, ob ich einem Schüleraustausch zugestimmt hätte damals bzw. ob ich mich überhaupt getraut hätte. Also hören wir uns einmal an, wie es bei Tatjana war.


Irgendwie hatte ich schon immer ein Faible für England. Schon als Kind war ich begeistert davon, dass es noch echte Prinzen und Prinzessinnen und eine Königin gibt. Ich begeisterte mich für die bewegte Geschichte des Landes. Und weil mein Pflegepony damals ein Dartmoorpony war, gleich auch noch dafür, woher es stammte. Als meine beste Freundin sich dann für einen Schüleraustausch in den USA bewarb, wollte ich auch gerne für eine Weile ins Ausland gehen. Nach England natürlich. Also besprach ich meinen Wunsch mit meinen Eltern, die dem gegenüber erst einmal skeptisch waren. Dank meiner Hartnäckigkeit sagten sie letztendlich aber: Ja.

Also begann ich, mir Infomaterial von verschiedenen Organisationen zu holen und saß abends mit meinen Eltern zusammen, um die passende Unterstützung für meinen Traum zu finden. Als die gefunden war (entschieden habe ich mich für international Experience) ging es plötzlich ganz schnell: Von Düsseldorf über London ging es zum Flughafen Newquay in Cornwall. Ich war so unglaublich aufgeregt, als ich aus dem Flugzeug stieg. Dann traf ich auf meine Gastfamilie: Susan und Miles, meine Gasteltern, erwarteten mich zusammen mit meinen Gastgeschwistern Linda und Paul.

Mein Schüleraustausch in Bodmin, Cornwall

Trotz meiner Befürchtungen in einer Wohnsiedlung wie bei Harry Potter zu landen, in der ich mich hoffnungslos verlaufen würde, war Bodmin das Gegenteil. Hübsche kleine Häuschen reihten sich aneinander und keines glich dem anderen. Ich war erleichtert.

Ich bekam ein eigenes Zimmer und konnte mich die ersten Tage nach meiner Ankunft erst einmal etwas zurechtfinden, weil die Schule für mich erst in der kommenden Woche startete. So verbrachte ich viel Zeit mit meiner Gastfamilie und lernte Bodmin kennen. Besonders beeindruckend fand ich das „Bodmin Jail“, ein altes Gefängnis, von dem man sagte, es spuke darin.

Schüleraustausch in England an einer öffentlichen Schule

An die Schule musste ich mich erst einmal gewöhnen. Denn anders als in Deutschland werden hier in der Oberstufe nur drei oder vier Fächer unterrichtet und der Unterricht ging von 9 bis 15.30 Uhr. Ich entschied mich für English, Media Studies, Psychology und Social Education. Ich fand es unglaublich spannend, diese Fächerkombination auszuprobieren. Vor allem, weil sie in Deutschland so nicht unterrichtet werden.

Während der Schule trugen wir alle Schuluniformen. Ich fand das sehr entspannt, weil man sich morgens nie Gedanken darüber machen musste, was man anziehen soll. Das erleichterte es mir wahrscheinlich auch, schnell neue Freunde zu finden. Auch die Lehrer waren sehr höflich und entgegenkommend. Habe ich mal was nicht verstanden, waren sie immer sofort bereit, mir zu helfen.

Freizeit

Nach der Schule traf ich mich meistens mit meinen Freunden aus der Schule oder half meiner Gastmutter beim Einkaufen oder der Hausarbeit. Weil ich das auch Zuhause immer gemacht habe, war das für mich nichts Neues und selbstverständlich. Manchmal half ich Susan auch beim Kochen, am Wochenende machten wir auch manchmal zusammen Kuchen.

An den Wochenenden waren wir viel unterwegs und meine Familie zeigte mir Cornwall. Bei schönem Wetter fuhren wir manchmal auch an die Westküste an den Strand. Einmal gingen wir danach sogar im Restaurant von Jamie Oliver, dem Fifteen Cornwall, essen. Leider war er aber nicht dort, lecker war es trotzdem.

Fazit

Die Zeit in England hat mich im Nachhinein betrachtet doch sehr geprägt. Ich habe viel Selbstvertrauen dazugewonnen und gehe seitdem wesentlich lockerer mit vielen Dingen um. Meine Gastfamilie, Susan, Miles, Linda und Paul waren mir in dieser Zeit wie meine eigene Familie und ich werde nie vergessen, wie herzlich und selbstverständlich sie mich aufgenommen haben.


Wow, das ist ja wirklich super und schön das du mit deiner Gastfamilie so ein Glück hattest. Vielen Dank Tatjana für den kleinen Einblick in dein Leben und was du erlebt hast beim Schüleraustausch.

Habt ihr auch eine Schüleraustausch gemacht, wenn ja, wo ging es hin und wie war es?

(Titelbild: www.pixabay.com)

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Tanja Gammer

Leseratte, Hobbyfotografin, Globetrotter und Hobbyköchin aus Leidenschaft. Immer auf der Suche nach Neuem und Interessanten. Kreativität, Begeisterung, Liebe und meine Familie machen mein Leben so bunt. Ab und zu bin ich etwas verrückt also nicht wundern!

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20 Discussion to this post

  1. Ich war nie zum Schüleraustausch, da es das bei uns nicht gab. Meine Töchter hatten ein ähnliches Los wie ich und waren nur immer für ein paar Tage mit ihren Klassen im Ausland. Erst beim Studium haben sie sich wie ein Bienenvolk jahrelang in der ganzen Welt verteilt. Ich finde so einen Schüleraustausch enorm wichtig. Es stimmt wirklich, dass die Kinder oder jungen Erwachsenen danach anders sind – selbständiger und offener für alles um sie herum.

    Liebe Grüße
    Sabine

  2. S.Mirli sagt:

    Ich kann diese Faible für England so sehr verstehen, England ist einfach mein allerliebstes Reiseland, ich liebe alles, die Menschen, das Land, die Sprache, die Städte, die Kultur. Ich war auch auf Schüleraustausch, das ist gefühlte hundert Jahre her, direkt in London und ich habe dieser Zeit so vieles zu verdanken, wahrscheinlich war sie auch der Beginn dieser großen Liebe. ein wunderschöner nostalgischer Beitrag für mich, allerliebste Grüße, x S.Mirli!

  3. Tina-Maria sagt:

    Hallo unsere Kleine war jetzt für 1 Woche in Frankreich zum Schüleraustausch und wir haben vor 4 Wochen dafür ein Mädel bei uns gehabt. Ich fand es schön, dass es sowas schon in der 4 Klasse gibt und mein Französisch ist um 12 Wörter erweitert worden ;) Lg Tina-Maria

  4. Ein ganz interessanter Beitrag und bestimmt eine tolle Erfahrung, die man nie vergisst. Vielen Dank für deinen tollen Einblick, liebe Tatjana
    :)
    Liebe Grüße,
    Heike

  5. Sehr nett erzählt. Das war bestimmt eine spannende Erfahrung.

    Liebe Grüße Sabine

  6. Felicitas sagt:

    Leider hört man immer wieder, dass ein Austausch nicht die erhofften Ergebnisse gebracht hat, aus welchen Gründen auch immer. Trotzdem ist er auf jeden Fall für alle Beteiligten ein wichtiger Erfahrungsgewinn, und man sollte seine Kinder unbedingt ermutigen, daran teilzunehmen. Es kann ja auch sein, lang andauernde Bekanntschaften zu finden.
    Ich habe deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen, danke dafür, ein schönes WE und liebe Grüße
    Felicitas

  7. Anja S. sagt:

    Ich finde das einerseits eine coole Sache, andererseits hatten wir vor 2 Jahren ein Mädchen aus Costa Rica hier und das hat nicht optimal mit meiner Großen harmoniert.
    Liebe Grüße
    Anja

  8. Liebe Tanja,
    ich finde Schüleraustausche einfach super, man lernt die Sprach viel schneller!
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

  9. Ruby sagt:

    Hey Tanja,

    solch ein Austauschjahr kann natürlich sehr aufregend und vor allem für später hilfreich sein. Toll, dass es hierbei so gut funktioniert hat und die Gastfamilie auch toll war. Solch eine Zeit kann man einem nicht mehr nehmen :)

  10. Leane sagt:

    Einen Schüleraustausch hab ich noch nie gemacht auch nicht unsere Mädels, aber eine Arbeitskollegin ihr Sohn , da berichtete sie mir leider nur schlechtes von der Gastfamilie
    LG Leane

  11. Nila sagt:

    Hallo Tatjana :)
    Interessant zu lesen, wie du deinen Schüleraustausch erlebt hast.
    Meine jüngste Tochter (16) muss nächstes Jahr ein Pflichtpraktikum für 3 Monate von ihrer Schule (HLW) aus praktizieren. Dafür möchte sie auch sehr gerne ins englischsprachige Ausland. Hat schon ein paar Adressen von Wales und Irland bekommen. Ist zwar kein Schüleraustausch so wie du ihn gemacht hast, aber trotzdem ein längerer Aufenthalt im Ausland, wo sie ganz alleine auf sich gestellt ist. Bin neugierig, wie es ihr dabei ergehen wird.
    Liebe Grüße
    Nila

  12. Sabiene sagt:

    Schöner Beitrag! Mit Bodmin in Cornwall hattest du es ja gut erwischt und ich kann deinen Faible sehr gut verstehen.
    Hatte deine Familie dann auch einen englischen Gastschüler aufgenommen?
    Ich finde die Idee vom Schüleraustausch sehr gut und gelungen, weil es den Schülern sehr viel bringt. Mein Sohn hatte während seiner Berufsschulaustausch die Möglichkeit eines Schüleraustauschs mit Frankreich und er war begeistert – so wie die anderen Schüler auch.
    LG
    Sabienes

  13. Zu meiner Zeit gab es solche Schüleraustäusche noch nicht, vom Ausland und dann noch in den Westen, ganz zu schweigen. Aber wenn, dann hätte ich mich auch für England entschieden. Alleine schon wegen Heathcliff.

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